Rosenheim – Ein Zauberfestival, eine temporäre Ausstellung und eine Großkatze zum Klettern für Kinder im Mangfallpark: Der berühmte Magier Siegfried Fischbacher soll auch nach seinem Tod in Erinnerung bleiben. Jetzt hat Wolfgang Hauck, Leiter des Kulturamts, erste Vorschläge gemacht.
Straßenbenennung für Familie vorstellbar
Marinus Fischbacher ist glücklich. Das hat man schon während der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses gemerkt. Nachdem Kulturreferent Wolfgang Hauck eine Vielzahl von Vorschlägen präsentiert hat, gab es von dem Neffen des im Januar verstorbenen Magiers Siegfried Fischbacher Applaus und ein anerkennendes Kopfnicken. „Jetzt müssen wir am Ball bleiben“, sagt er einen Tag später am Telefon. Der Neffe wohnt immer noch im Elternhaus des Zauberkünstlers, der in der Kastenau aufgewachsen ist. Bereits im Februar hatte er sich mit der Stadtverwaltung zusammengesetzt, um Möglichkeiten und Formen eines würdigen Gedenkens an seinen Onkel zu eruieren. „Der Familie war es wichtig, das Gedenken dem Duo Siegfried und Roy zu widmen, da beide gemeinsam gewirkt haben“, sagt Hauck.
Wie genau Rosenheim an die beiden Weltstars erinnern will, steht noch nicht fest. Ideen aber gibt es viele. So wird im Moment – unter der Federführung des Historischen Vereins – eine temporäre Ausstellung im Ballhaus geplant. „Wir basteln gerade an einem Konzept“, verrät Stadtrat Karl-Heinz Brauner (Grüne) in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins. Ziel soll sein, an das Leben der beiden Künstler zu erinnern, aber auch zurückzublicken. „Viele junge Leute kennen Siegfried und Roy kaum noch“, sagt Brauner. Mit der Ausstellung, die voraussichtlich im August gezeigt wird, soll diese Wissenslücke geschlossen werden. Zudem glaubt der Vorsitzende, dass die Ausstellung auch für viele Touristen interessant sein könnte – jedenfalls dann, wenn das Reisen wieder erlaubt ist. Unterstützung bekommt der Historische Verein unter anderem vom Kulturamt und dem Städtischen Museum. Das Museum habe beispielsweise angeboten, die Litfaßsäule und das Schaufenster im Durchgang vom Mittertor als Werbeflächen zur Verfügung zu stellen.
Neben der temporären Ausstellung denkt die Stadt außerdem über eine Form des längerfristigen Gedenkens nach. Allerdings komme weder eine Skulptur auf dem Max-Josefs-Platz, wie von der AfD gefordert, noch ein Gedenkraum im Städtischen Museum infrage. „Siegfried und Roy waren sehr geerdete Menschen. Prominenz war eher nicht gewünscht“, erklärt Oberbürgermeister Andreas März (CSU) die Entscheidung.
Vorstellbar hingegen sei die Benennung einer Straße oder eines Platzes. Ebenfalls diskutiert wurde der Gedanke, im Mangfallpark „eine interaktive Möglichkeit zu schaffen, um Kindern und Parkbesuchern eine Freude zu bereiten“. Die Rede war von einer Großkatze zum Klettern oder davon, den Schriftzug „Sarmoti“ als große, stehende Buchstaben, teilweise bepflanzt, teilweise als Kletter- oder Rutschmöglichkeiten aufzustellen. Bei dem Schriftzug „Sarmoti“ handelt es sich um den berühmten Zauberspruch des Magier-Duos, der für „Siegfried and Roy Masters of the impossible“ steht.
Wolfgang Hauck glaubt, dass alle Ideen den beiden Künstlern – Siegfrieds Partner Roy Horn war im Mai 2020 infolge einer Corona-Erkrankung verstorben – gefallen hätten: „Siegfried und Roy waren sehr naturverbunden, hatten Spaß daran, anderen eine Freude zu bereiten und haben ihr Leben den Tieren gewidmet.“
Geht es nach Stadtrat Brauner, könnte das Gedenken sogar noch einen Schritt weiter gehen. So habe er bereits Kontakt mit der Stadt Nordenham aufgenommen – der Geburtsstätte von Roy Horn. „Wir haben überlegt, wie unsere beiden Städte zusammenarbeiten könnten“, sagt Brauner. Dabei sei der Vorschlag gefallen, ein Zauberfestival zu organisieren, das dann abwechselnd in Rosenheim und Nordenham stattfinden könnte. „Das wäre sicherlich im Sinne der beiden Künstler“, sagt Brauner.
Bis jetzt noch
keine Favoriten
Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP, lobte, dass die Familie in die Planungen mit einbezogen wurde. Wichtig sei auch, dass es bei dem Gedenken nicht nur um Siegfried, sondern eben auch um Roy gehe. „Was bis jetzt erarbeitet wurde, hört sich gut an“, ergänzte Stadträtin Gabriele Leicht (SPD). Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, dass die Verwaltung die gemachten Vorschläge weiter überprüft und vorantreibt.
Für was sich die Stadt letztendlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Einen Zeitplan gibt es laut Wolfgang Hauck nicht. Neffe Marinus Fischbacher jedenfalls könnte sich mit jedem der gemachten Vorschläge abfinden. Einen Favoriten hat er nicht, wie er am Telefon verrät.