Rosenheim – Am Schwaiger Kreisel hat sich am gestrigen Mittwoch die Rosenheimer Polizei für den achten bayerischen Blitzermarathon positioniert. In Erwartung mehrerer Raser hatte Polizeihauptkommissar Robert Maurer für die Auto- und Motorradfahrer am Ende aber nur Lob übrig.
Viel los ist bei der Rosenheimer Kontrollstelle am Schwaiger Kreisel nicht. Das einzige Fahrzeug, das die Polizeibeamten in den anderthalb Stunden aus dem Verkehr ziehen, ist ein blauer Opel. Dabei hat die Fahrerin nicht einmal die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde überschritten, sondern ist ohne Kennzeichen unterwegs. Den Blitzermarathon der Polizei findet sie trotzdem gut. „Das ist sinnvoll, weil es viele Raser gibt“, sagt sie und darf kurze Zeit später weiterfahren.
Linse vergrößert
Autos sechsfach
Entdeckt hat ihr kennzeichenloses Auto Polizeimeister Maximilian Huber. Er steht mit zusammengekniffenen Augen am Lasergerät und blickt durch die Linse, die die Autos sechsfach vergrößert. Er zielt und drückt auf den schwarzen Auslöseknopf. Es piepst kurz. Der unsichtbare Lichtstrahl treffe das Auto irgendwo zwischen Scheinwerfern und Nummernschild, sagt er.
Auf dem Display an der Seite des Lasers erscheint die gemessene Geschwindigkeit: 62 km/h. Alles im grünen Bereich. Die Beamten ziehen erst ab einer Geschwindigkeit von 84 Kilometern pro Stunde die Fahrer aus dem Verkehr, erklärt Polizeimeisterin Lisa Posse. „Aber auch dann liegt das im Ermessen des jeweiligen Beamten.“
Bei bis zu 100 km/h beträgt die Höhe der Toleranz, die von der Geschwindigkeit abgezogen wird, vier km/h. Das macht das Lasergerät automatisch. Wenn die Polizei einen Verkehrsteilnehmer wegen überhöhter Geschwindigkeit stoppt, gibt es entweder eine Verwarnung und eine Geldbuße. Bis 55 Euro kann man diese vor Ort bar bezahlen. Oder der Fahrer bekommt eine Anzeige. Dann müsse man mit Punkten in Flensburg, einer höheren Geldstrafe oder auch mit einem Fahrverbot rechnen, sagt Lisa Posse. Je nachdem, wie schnell man eben unterwegs war.
Um an diesem Nachmittag auch nur einen einzigen Raser zu erwischen, ist laut Maximilian Huber aber zu viel Verkehr unterwegs. „Da fahren einfach alle hintereinander dieselbe Geschwindigkeit.“
Während er weiter mit dem Laser auf Autos „schießt“, steht Polizeihauptkommissar Robert Maurer hinter seinen beiden jungen Kollegen und beobachtet sie. „Mein Messrekord an dieser Stelle waren 147 km/h“, erzählt er. Sinn des Blitzermarathons sei, die Verkehrsteilnehmer an ihre eigene Geschwindigkeit zu erinnern und die Messungen ins Gedächtnis zu rufen. Er sieht die Aktion als Prävention, da die Orte der Messstellen vorab veröffentlicht werden.
Mit dem Null-Ergebnis bei der Kontrolle ist Maurer zufrieden. Egal, aus welchen Gründen in eineinhalb Stunden niemand aus dem Verkehr gezogen worden sei: „Autofahrer, das habt ihr gut gemacht“, sagt er.
Am Schwaiger Kreisel mag die Rosenheimer Polizei keinen zu schnellen Verkehrsteilnehmer erwischt haben. Aber das Raser-Problem bleibt – trotz des pandemiebedingt geringeren Verkehrs. Laut bayerischem Innenministerium wurden 2020 in Bayern 147 Personen durch Geschwindigkeitsunfälle getötet. 2019 waren es 141.