Leserforum

Irritiert über das Verfassungsverständnis

von Redaktion

Zum Leserbrief von Bärbl Thum „Keiner hat sich die Pandemie ausgesucht“, erschienen im Lokalteil:

Da ich Bärbl schon längere Zeit kenne, war ich über das in ihrem Beitrag zum Ausdruck gebrachte Verfassungsverständnis schon etwas irritiert. Ich hoffe nicht, dass hier das Recht auf freie Meinungsäußerung infrage gestellt werden soll. Dieses Grundrecht, wie im Übrigen alle anderen, gilt natürlich auch in Zeiten einer Pandemie, zumal die staatlichen Maßnahmen nicht unumstritten sind. In einer Demokratie ist es unabdingbar, staatliches Handeln zu hinterfragen. Auch einem Oberbürgermeister muss es erlaubt sein, auf die schwierige Situation hinzuweisen. Außerdem gerät das Abstellen auf die Inzidenz als alleinigen Parameter zunehmend, auch und gerade bei renommierten Wissenschaftlern, in die Kritik. Selbstredend unterstütze auch ich die Einhaltung der AHA-Regeln, aber halt keine, die wissenschaftlich keinen Sinn machen, sondern nur Aktionismus darstellen. Ich möchte die Verfasserin deshalb schon bitten, den „Ball etwas flacher zu halten“.

Martin Stemberger

Rosenheim

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