Rosenheim – Die Schülerzahlen in Rosenheim steigen in den kommenden Jahren noch weiter an. Das haben die jüngsten Ergebnisse des Schulentwicklungsplans gezeigt, die in der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses vorgestellt wurden. Helfen könnte der Bau einer neunten Grundschule, aber auch eine Umschichtung der Sprengel.
Zahlreiche
neue Baugebiete
In der Marienberger Straße wird gebaut, in der Hainzenmühlstraße Ost und in der Anton-Kathrein-Straße auch. Insgesamt soll an mehr als zehn Stellen im Stadtgebiet neuer Wohnraum geschaffen werden. Ein zusätzliches Angebot, das – davon ist Christian Rindsfüßer, Diplom-Statistiker des Instituts für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS), überzeugt – mehr Menschen in die Stadt ziehen wird. Rindsfüßer hat den Stadträten in der jüngsten Sitzung ein Gutachten zur Schulentwicklungsplanung vorgestellt. Fazit: Die Zahl der Sechs- bis Neunjährigen wird ab 2036 von den derzeit 2169 Schülern auf circa 2796 ansteigen. Um die zusätzlichen 627 Schüler unterzubringen, braucht es laut dem Experten nicht nur eine weitere Grundschule, sonders es müsste auch über eine Sprengelneuaufteilung nachgedacht werden.
„Die einzelne Schulsprengelentwicklung ist sehr unterschiedlich“, erklärte Rindsfüßer mit Blick auf die Statistik. So würde es im Jahr 2036 in der Grundschule Aising beispielsweise keinen Anstieg der Schülerzahlen geben. In der Prinzregentenschule und der Astrid-Lindgren-Grundschule brauche es allerdings Platz für rund 300 weitere Schüler.
„Der hohe Anstieg der Schülerzahlen ist ein klarer Planungsauftrag für die Stadt“, heißt es vonseiten der Verwaltung. Aus diesem Grund werde im Moment geprüft, ob sich der Standort in der Nähe der Beruflichen Oberschule in der Westerndorfer Straße für den Neubau einer neunten Grundschule eignen würde. „Schon jetzt ist klar, dass wir mit einer dreizügigen Grundschule nicht die Entlastung bekommen, die wir brauchen“, teilte die Verwaltung während der Sitzung mit.
Runder Tisch soll einberufen werden
Denn die Statistik zeigt, dass sowohl die Prinzregentenschule, als auch die Grundschule Fürstätt beim Bau einer dreizügigen Grundschule im Jahr 2036 jeweils 100 zusätzliche Schüler aufnehmen müssten. Entlastung bräuchten zudem auch die Astrid-Lindgren-Grundschule sowie die Grundschule in Pang.
Sollte der Anstieg der Sechs- bis Neunjährigen also tatsächlich so eintreten wie prognostiziert, müsste nicht nur über eine Vierzügigkeit der neuen Schule nachgedacht werden, sondern auch über eine Neuaufteilung der bisherigen Sprengel, um „größtmögliche Entlastungseffekte zu erzielen.“ Vorstellbar sei, dass beispielsweise Planbezirke im Norden dem Sprengel Erlenau zugeordnet werden. Alternativ könne auch überlegt werden, die Kastenau dem Sprengel Happing zuzuordnen.
Vorschläge und Möglichkeiten gibt es also genügend. Was davon letztendlich umgesetzt wird, ist im Moment noch offen. SPD-Stadträtin und Dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht erinnerte noch einmal daran, dass die „pädagogischen Aspekte nicht außer Acht gelassen werden dürften.“ Eine Fünfzügigkeit sei für sie deshalb nicht vorstellbar. Stadträtin Judith Kley-Stephan (Grüne) sagte, dass ihrer Meinung nach für den Neubau der Grundschule ein Standort in der Kastenau geeigneter wäre. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP, Robert Multrus, sagte, dass kein Weg an einer neunten Grundschule vorbeiführe. Es sei wichtig, die „Bedürfnisse der Schüler vorne anzustellen.“ Zeitnah soll jetzt ein runder Tisch einberufen werden, um die weiteren Schritte zu besprechen.