Zum Bericht „Stadtrat fordert Distanzierung“ (Lokalteil):
Als ein vom Lockdown besonders betroffenes Gastronomenpaar, das seit einem halben Jahr mit Berufsverbot belegt ist und ohne Einkommen dasteht, müssen wir uns sehr wundern. Wie kommen eigentlich die Herren Stadträte dazu, sich derart über die Initiative „Wir stehen zusammen“ zu äußern? Waren sie persönlich auf den diversen Veranstaltungen und haben sich die Sorgen und Nöte der Menschen angehört, die hier am Ort Gewerbesteuer zahlen, damit Schulen, Straßen und gemeinnützige Einrichtungen gebaut werden können? Die Verantwortung für Angestellte mit Familien tragen, die sich seit einem zermürbenden halben Jahr mit wenig Kurzarbeitergeld durchschlagen müssen? Die mit Salamitaktik Monat für Monat weiter ohne jegliche Öffnungsperspektive in Duldungsstarre gezwungen werden, damit alle anderen „gesund“ bleiben? Hat sich irgendjemand von diesen Herren am Freitag auf die Veranstaltung begeben und wirklich zugehört? Wir sind empört, von Kommunalpolitikern in irgendeine politische Ecke gestellt zu werden oder uns üble Hintergedanken zu unterstellen! Wir sind den Initiatoren von „Wir stehen zusammen“ dankbar, dass sie uns eine Möglichkeit zur Meinungsäußerung und zum Gedankenaustausch geben – denn noch haben wir kein Rede- und Denkverbot! Dürfen wir als persönlich haftende Unternehmer nicht äußern, dass wir uns von unseren Politikern nicht gehört und vertreten fühlen? Wir Unternehmer halten den „Laden am Laufen“, damit Gehälter, Renten und Diäten von Politikern bezahlt werden können. Also haben wir das Recht, uns frei auf einer unpolitischen, keiner Partei zugehörigen Veranstaltung zu äußern. Denn wir lokalen Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, die liefert Amazon nämlich noch nicht nach Rosenheim.
Christian Eickel
Rosenheim