Rosenheim – Der Rosenheimer Verein „Initiative Familien“ nimmt am heutigen Samstag an der Aktion „Mein Herzenswunsch zum Muttertag“ teil. Ein Gespräch mit Sabine Kohwagner über die geplante Aktion und warum es wichtig ist, auf die Situation der Kinder aufmerksam zu machen.
Worum geht es in der Aktion?
Es handelt sich um eine Kunstaktion. Wir stellen Stühle auf mit Schulranzen und weiteren Schulmaterialien, um leere Klassenzimmer zu symbolisieren. Dies soll auf die Situation der Kinder aufmerksam machen, die in Rosenheim wie an vielen anderen Orten Bayerns seit mittlerweile fünf Monaten zu Hause lernen, auf Kontakte zu Freunden, Hobbys und Sport gänzlich verzichten müssen und massiv unter den Folgen des Lockdowns leiden. Wir fordern deshalb Schulöffnungen mit Hygienekonzept und einer kindgerechten Teststrategie unabhängig von der Inzidenz.
Was ist für Rosenheim geplant und was erhoffen Sie sich von der Aktion?
Wir werden am Samstag von 11 bis 13 Uhr auf dem Max-Josefs-Platz sein und mit Stühlen, Ranzen, Plakaten und kurzen Statements auf die Situation unserer Kinder aufmerksam machen.
Wie ist es Ihnen als Mutter in den vergangenen Monaten ergangen? Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie zu kämpfen?
Ich habe zwei Grundschulkinder. Dank Homeoffice konnten wir es einigermaßen schaffen, Homeschooling und Arbeit zu verbinden – mit massivem Stress auf allen Seiten. Vor allem aber erlebe ich, wie die Lernmotivation zunehmend schwindet, wie das soziale Umfeld fehlt und die wichtigen Strukturen im Alltag. Mich macht es vollkommen fassungslos, dass Kinder und Jugendliche auch nach einem Jahr Pandemie nicht wirklich von der Politik bedacht werden und man keine anderen Lösungen versucht, als auf niedrigere Infektionszahlen zu warten.
Warum ist der Muttertag ein geeigneter Tag, um auf die Forderungen aufmerksam zu machen?
Der Muttertag ist natürlich symbolisch aufgeladen und bot sich schon von daher an. Nach der Meldung aus dem Familienministerium, dass die Blumenläden am Muttertag öffnen sollen, sind wir doppelt froh, an diesem Wochenende etwas geplant zu haben. Wir wollen keine Blumen, sondern dass unsere Kinder in die Schule, in die Kita und zum Sport dürfen. Interview: Anna Heise