Ein Projekt mit Herzblut und ganz viel Energie

von Redaktion

Interview Manfred Reichholf, Geschäftsführer der RMI Immobilien GmbH, über seine Pläne für die BayWa-Wiese

Rosenheim – Auf der knapp 40000 Quadratmeter großen BayWa-Wiese sollen unter anderem Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Ein Gespräch mit Manfred Reichholf, Geschäftsführer der RMI Immobilien GmbH, über neuen Wohnraum, seine Ziele und warum gut Ding Weile braucht.

Sie haben einen langen Atem. Hätten Sie vor zwölf Jahren gedacht, dass die Planungen so lange dauern würden?

Wir sind 2009 in das Projekt eingestiegen. Man geht natürlich nicht rein in ein Vorhaben und denkt, dass es zwölf Jahre dauert. Aber es hat sich jetzt nun mal so entwickelt. Keine Sekunde haben wir an einen Ausstieg gedacht.

Weil Ihnen das Projekt so viel Spaß macht?

Tatsächlich haben wir bisher in noch kein Projekt so viel Herzblut, Manpower und Energie reingesteckt.

Das soll etwas heißen, denn Sie waren schon an mehreren Projekten beteiligt. Auch in Rosenheim.

Das Gewerbezentrum in Schwaig war unser erstes Projekt in Rosenheim. 2006 haben wir dann mit dem Neubau des Fachmarktzentrums im Aicherpark begonnen. Während der Arbeiten haben wir den Standort Rosenheim kennen und schätzen gelernt. Mit dem Unternehmen BayWa arbeiten wir schon seit mehr als 15 Jahren zusammen. 2009 haben sie uns nach dem Projekt im Aicherpark gefragt, ob wir Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit haben und die BayWa-Wiese übernehmen wollen. Wir haben schnell festgestellt, dass es sich dabei um ein interessantes Projekt handelt und haben zugestimmt.

Was hat sich in den vergangenen Jahren geändert?

Ursprünglich sollte die BayWa-Wiese ein rein gewerbliches Projekt sein. Aber die Planungen sind mittlerweile nicht weniger attraktiv. Die zwölf Jahre haben das Projekt viel besser gemacht. Darüber bin ich im Nachhinein sehr glücklich. Denn normalerweise sagt man ja, dass Dinge, die lange brauchen, nichts mehr werden. In diesem Fall hat sich gezeigt, dass gut Ding Weile braucht.

Was genau planen Sie und ihr Investitionspartner, die GRWS?

Insgesamt sollen auf dem 40000 Quadratmeter großen Areal 260 Wohnungen entstehen. Wir haben einen größeren Teil der auf dem Grundstück geplanten Wohnungen an die GRWS abgegeben. Aber auch wir bauen Eigentums- und Mietwohnungen. Zudem wird es einen kleinteiligen Einzelhandel geben sowie ein kleines Café. Denn es entstehen ja nicht nur Wohnungen, sondern auch Hotel-, Büro- und Dienstleistungsflächen. Da braucht es eine gewisse Infrastruktur.

Anwohner und Nachbarn haben in der Vergangenheit immer wieder erhebliche Bedenken geäußert.

Das kann ich nachvollziehen und es liegt in der Natur der Sache, wenn eine unbebaute Wiese plötzlich bebaut wird. Wir haben die Bedenken immer aufgenommen und die Bürger an den Planungen beteiligt. Es hat mehrere Gutachten und eine Verkehrssimulation gegeben. Fest steht, dass es keine verkehrsintensive Nutzung geben wird, da der überwiegende Teil des Areals wohnwirtschaftlich genutzt wird. Wir haben keine verkehrsintensiven Betriebe. Wir haben der Angst der Anwohner Rechnung getragen. Entstanden ist eine tolle Lösung, von der auch die Happinger Bürger profitieren werden.

Inwiefern?

Das Projekt ist eine absolute Aufwertung. Auch mit Blick auf den entstehenden Grüngürtel. Außerdem wird die Bebauung eine abschirmende Wirkung zur Kufsteiner Straße haben.

Ihr Unternehmen hat sich in der Vergangenheit hauptsächlich mit der Einzelhandelentwicklung beschäftigt. Die BayWa-Wiese ist da eine ganz andere Nummer.

Über die Jahre hat auch unsere Unternehmensgruppe eine Wandlung durchgemacht. Früher waren wir ein reiner Einzelhandels-Entwickler, das stimmt. Jetzt beschäftigen wir uns auch mit der Entwicklung von Quartieren. Wir wollen Bauland schonen, beschäftigen uns mit dem Thema Nachverdichtung und mit der Bebauung von innerstädtischen Arealen.

Wann soll es mit den Bauarbeiten losgehen?

Wir beginnen jetzt mit der Erschließung. Läuft alles nach Plan, beginnen die Hochbauarbeiten spätestens im Frühjahr 2022. Wir rechnen mit einer Gesamtfertigstellung des Projektes Ende 2025. Im Herbst dieses Jahres können sich die ersten Interessenten bei uns bewerben. Sie werden dann vorgemerkt und bekommen die Unterlagen so schnell wie möglich zugesendet. Interview: Anna Heise

Artikel 8 von 9