Endlich wieder Geld ausgeben dürfen

von Redaktion

Rosenheims Einzelhandel zeigt sich zufrieden mit Kundenzuspruch nach jüngsten Corona-Lockerungen

Rosenheim – Mit den jüngsten Lockerungen der Corona-Beschränkungen ist die Stimmung unter Rosenheims Einzelhändlern merklich gestiegen. Wenngleich mit dem Wegfall der Testpflicht für Kunden noch nicht alle Hürden gefallen sind. Denn noch müssen Kunden zuvor einen Termin vereinbaren – spontanes Einkaufen: unmöglich.

Unmut über
Terminpflicht bei
manchen Bürgern

Dass sich der ein oder andere Kunde hierüber echauffiert, berichtet die Leiterin der Rosenheimer C&A-Filiale, Lea Teichmüller. „Bei manchen Herrschaften führt es zu Unmut, dass sie nur nach Onlinebuchung ins Geschäft dürfen und nicht spontan“, sagt sie. Was Teichmüller auch verstehen kann. Denn es schwinge schon ein wenig Enttäuschung mit, wenn Kunden extra nach Rosenheim zum Einkaufen kommen und ohne Termin nicht ins Geschäft dürften.

Doch die Zahl der hierüber verärgerten Kunden halte sich in Grenzen. Ohnehin ist die Filialleiterin mit dem Kundenzuspruch zufrieden. „Eigentlich sind wir immer ausgebucht und könnten noch mehr Kunden empfangen, als wir derzeit reinlassen dürfen.“ Nach den derzeitigen Regeln dürfen die Läden nur einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche einlassen.

Auch der Geschäftsführer des Rosenheimer Intersport Siebzehnrübl, Udo Siebzehnrübl, sieht in der Beschränkung der Kundenzahl ein Problem. „Seit wir am Samstag aufsperren durften, haben wir wieder besten Kundenbetrieb“, berichtet er. Gleichzeitig bedauert Siebzehnrübl, dass er die Kundschaft derzeit nicht in dem Umfang einlassen dürfe, wie diese es gerne hätte.

Es herrschte nicht, wie vor den jüngsten Lockerungen, „Totentanz“, sondern die Leute freuten sich, dass sie wieder in die Stadt dürften. Auch mit der Dokumentation der Kontaktdaten der Kunden hadert der Inhaber des Sportgeschäfts. Zwar gebe es mit der Rosenheim-App eine digitale Lösung, die von den Kunden jedoch kaum angenommen werde. „Auch weil die Leute das zu wenig kennen“, meint Siebzehnrübl und wünscht sich mehr Zuspruch für die digitale Lösung, die allemal besser sei, als die Daten auf Zetteln zu hinterlassen.

Trotz begrenzter Kundenzahl ist Siebzehnrübl mit den Umsätzen zufrieden. Es seien jene Kunden unterwegs, die sich freuen, endlich wieder einkaufen und Geld ausgeben zu dürfen. „Da begnügt man sich nicht mit einem T-Shirt“, meint der Kaufmann. Im Warenkorb lande bei der guten Kauflaune der Kunden der ein oder andere Artikel mehr.

Mit dem Wegfall der Testpflicht seien deutlich mehr Verbraucher wieder auf den Geschmack gekommen, im stationären Einzelhandel einzukaufen, ist der Rosenheimer Händler Georg Reindl überzeugt. „Die Leute haben lange genug bei DHL in der Schlange gestanden, um ihre Pakete abzuholen“, vermutet er, dass auch die Kunden zusehends davon genervt gewesen waren, ihre Ware über das Internet zu bestellen.

Datenerfassung
stößt bei einigen
auf Skepsis

Reindl freut sich über merklich größeren Zuspruch der Kunden in seinem Schuhgeschäft. Ein letzter Schritt, auf den Reindl hofft, wäre die Abschaffung der Datenerfassung zur Kontaktverfolgung. Manche Kunden störten sich an dieser Praxis. Sicherlich würden nicht alle, die sich inzwischen an das Bestellen im Internet gewöhnt haben, den stationären Einzelhandel wieder für sich entdecken, aber einige sicherlich. Aber: „Das dauert“, meint der Händler.

Weniger geändert hat sich seit den jüngsten Lockerungen für die Rosenheimer Drogerie Müller. Als Geschäft für Dinge des täglichen Bedarfs war die Rosenheimer Filiale von vielen Einschränkungen befreit. Dennoch: „Man merkt schon, dass wieder mehr los ist“, sagt die stellvertretende Filialleiterin Monika Hieber. Bei der Pressestelle von Galeria Karstadt war bis Redaktionsschluss niemand zu erreichen. Doch die Schlange, die gestern vor der Rosenheimer Filiale zu sehen war, spricht für sich.

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