Rosenheim/Kolbermoor – Marode Behausungen für die Vierbeiner gehören endgültig der Vergangenheit an: In Kolbermoor geht der Neubau des Rosenheimer Tierheims langsam aber sicher in den Endspurt. Die OVB-Heimatzeitungen haben sich jetzt auf der Baustelle umgesehen.
6,2 Millionen Euro kostet der Neubau des Tierheims, der sich mit Grün- und Freianlagen über mehrere 1000 Quadratmeter erstreckt. Eine finanzielle Herausforderung, die die Verantwortlichen für ihre tierischen Schützlinge komplett ohne staatliche oder kommunale Hilfe stemmen.
Finanzierung aus Spendengeldern
„Wir erfüllen hier eine öffentliche Aufgabe. Dass der Neubau realisiert werden kann, verdanken wir Spenden sowie zwei zweckgebundenen Erbschaften“, erklärt die Vorsitzende des Tierheims, Andrea Thomas, während eines Rundgangs auf der Baustelle. Allein der Betrieb des Heims belaufe sich jährlich auf rund eine halbe Million Euro und werde fast ausschließlich durch Spenden finanziert.
Seit März 2020 kann der Baufortschritt nun nahezu täglich beobachtet werden. Das Kleintier- und Katzengebäude wurde schon im Januar 2019 abgerissen, das alte Hundehaus Anfang Mai dieses Jahres. Das Richtfest für den Neubau erfolgte im September 2020. Zwischenzeitlich waren die Tiere in provisorischen Containern untergebracht, die mittlerweile wieder abgebaut worden sind.
Die neuen Räumlichkeiten sind großzügig aufgeteilt, hell und freundlich geschnitten. Alle Abteilungen des Neubaus verfügen nach Angaben von Thomas über eine Quarantäne- und eine Krankenstation. Die Bereiche für Hunde, Katzen, Reptilien und Vögel sind zudem jeweils farblich voneinander abgehoben.
Die einzelnen Zimmer im angrenzenden Tiergebäude, das die ersten Hunde und Katzen bereits bezogen haben, haben sich vergrößert. Die Katzen sind in der Regel zu dritt untergebracht und haben circa 14 Quadratmeter Platz, die Hunde befinden sich dagegen in Einzelzimmern auf etwa zehn Quadratmetern. Alle Zimmer verfügen über einen Außenbereich, den die Tiere jederzeit nutzen können.
Im Wirtschaftsgebäude, dem ersten gleich vorn an der Straße in Holzverkleidung, sind unter anderem Lagerräume und die Zentralwaschanlage untergebracht. Einen Keller gibt es nicht, „dafür fehlte uns schlicht das Geld“, sagt Thomas. Aktuell läuft das Tierheim im Teilbetrieb, damit die Tiere – etwa 150 an der Zahl – versorgt werden können. „Anders ginge es gar nicht.“
Krankenstation
im Hauptgebäude
Im Hauptgebäude gibt es künftig auch einen Mitarbeiterraum, Duschen und Umkleiden, Tierarztzimmer für die ärztliche Versorgung, einen Gemeinschaftsraum für künftige Veranstaltungen sowie eine Küche. Außerdem die Krankenstationen für Hunde, Katzen, Reptilien sowie die Katzenquarantäne und die Kleintierstation.
Aktuell werden die Außenbereiche angelegt und begrünt. Geplant sind unter anderem noch die Anlage einer Hundewiese mit Teich für die Vierbeiner zum Austoben. Die Eröffnung soll – soweit es coronabedingt möglich ist – Ende August mit einer kleinen Feier erfolgen. Bis dahin wird der Bau nach und nach seine endgültige Gestalt annehmen.