Zum Bericht „Ich habe den schönsten Beruf“ (Lokalteil):
Die Vision von Oberbürgermeister Andreas März „in zehn Jahren in einer Stadt zu leben, wo mehr Platz auf unseren öffentlichen Straßen geschaffen wurde, weil der Radverkehrsanteil so deutlich zugenommen hat, dass es richtig Spaß macht, durch die Stadt zu radeln“ begeistert mich, und ich freue mich auf die Realisierung dieser Vorstellung.
Damit es „richtig Spaß macht, durch die Stadt zu radeln“ braucht es allerdings nicht nur ausreichende Abstellmöglichkeiten. Das Wichtigste ist vielmehr die Sicherheit beim Radeln. Und für diese ist der Abstand der überholenden Fahrzeuge entscheidend. Dieser beträgt nach der Straßenverkehrsordnung mindestens 1,5 Meter – auch wenn die Radfahrerin und der Radler auf einem Schutzstreifen oder Fahrradstreifen fahren. Hier ist weiterhin Aufklärung, aber leider wohl auch Kontrolle gefragt, wie bei anderen Verkehrsregeln auch. Diese zu veranlassen ist eine dringende Aufgabe der Stadt – und ein gutes Thema, einen neunen Versuch zur Erhöhung der Fahrradsicherheit zu starten. Es gibt die technischen Möglichkeiten, den Abstand zu messen – gegebenenfalls ist dies aber auch ein interessantes Thema für „Jugend forscht“ oder Startups. Der Bedarf ist da!
Der „Versuch“ in der Briançonstraße wurde ja leider abgebrochen, bevor er wirklich begonnen hat. Zurück bleiben mit den Frässpuren, die bei der Entfernung entstanden sind, weitere Unebenheiten im Straßenbelag und somit neue gefährliche Stellen für Radfahrer.
Nun sind Herr Oberbürgermeister März, der Stadtrat und die Verwaltung in der Pflicht, die Vision des Radelns mit Spaß zur Realität werden zu lassen, und dass die aktuellen Weichen, die gestellt werden, sich nicht als Schildbürgerstreiche erweisen.
Ursula Fees
Rosenheim