Situationen gemeinsam meistern

von Redaktion

Romed-Geschäftsführer über das Thema „Miteinander? Gegeneinander? Gemeinschaft?“

Rosenheim – Über seine Zeit in Boston, Marathons und ein Miteinander sprach Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram am Sonntag in der Erlöserkirche.

„Der Marathon, der mich am meisten beeindruckt hat, ist einer, den ich nie gelaufen bin“, sagte Jens Deerberg-Wittram zu Beginn seiner Kanzelrede. 2013 habe er mit seiner Familie in Boston gelebt. Jährlich findet hier einer der traditionsreichsten Marathons statt. „Dafür war ich aber leider immer zu langsam“, sagt der Romed-Geschäftsführer. Und so verfolgte er den Marathon am 15. April 2013 als Zuschauer und nicht aus Läufer. Später wird er sagen, dass er es als Gottes Gnade empfunden hat, dass er zu langsam war, um mitzulaufen. Denn an besagtem Tag explodierten im Zielbereich zwei Rucksackbomben. Drei Menschen starben, 264 wurden verletzt. Deerberg-Wittram und seine Familie blieben unversehrt. Er habe in den Tagen nach dem Anschlag mit seiner Familie einen Gottesdienst besucht, der von Angst und Panik geprägt gewesen sei. In dieser „absoluten Krisensituation“, in der sich aufgrund der Herkunft der Attentäter auch eine islamfeindliche Stimmung breitgemacht hatte, sei ihm eines besonders in Erinnerung geblieben: „Die Frage von Glaubensgegensätzen hat keine Rolle gespielt. Das Miteinander war viel wichtiger.“

Im Februar 2020 habe es mit der Pandemie eine erneute Krise gegeben, die die Menschen ähnlich unvermutet getroffen hat. „Die Kollegen im Klinikum sind an ihre Grenzen gegangen.“ Und doch habe ihn vor allem beeindruckt, wie miteinander versucht worden ist, Probleme zu lösen. Trotz der jeweiligen Eigeninteressen. Man habe die Situation gemeinsam gemeistert. In der Klinik und darüber hinaus. Deerberg-Wittram lobte unter anderem die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, der Stadtverwaltung und dem Ministerium. Für ihn etwas, „ohne das es nicht geklappt hätte“. Dieses Miteinander könne er auch jetzt noch beobachten. „Und wenn das das Ergebnis der Krise ist, dann ist es sicher etwas Gutes“, sagt er und fügte hinzu: „Das glaube ich, hoffe ich und wünsche ich mir.“

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