Zunächst braucht’s mehr Hotels

von Redaktion

Rosenheims Wirtschaftsdezernent präsentiert Tourismuskonzept für die Stadt

Rosenheim – Rosenheim ist keine klassische Touristenhochburg. Und dennoch haben sich die Zahlen beim Blick auf die touristischen Übernachtungen und die Hotelauslastung positiv entwickelt. Zur jüngsten Sitzung des Rosenheimer Wirtschaftsausschusses hat Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl dessen Mitgliedern ein Tourismuskonzept vorgestellt. In diesem findet sich auch eine Bestandsaufnahme, die im Blick auf die weitere Entwicklung positiv stimmen dürften: Die Zahl der Gäste in Rosenheim hat seit dem Jahr 2007 stetig zugenommen, im Jahresschnitt um 4,8 Prozent. 154743 Besucher verzeichnete Rosenheim im Jahr 2020.

Langer Weg bis
zur Fertigstellung

„Was die Anzahl der Gästeübernachtungen betrifft, ist die Entwicklung noch ein wenig dynamischer und erfreulicher“, sagte Thomas Bugl während der Vorstellung des Konzepts. Rund 5,3 Prozent beträgt die Steigerung an Übernachtungsgästen im Schnitt pro Jahr. Für diesen Anstieg macht Bugl vornehmlich die „qualitative und quantitative Ausweitung des Übernachtungsangebots“ verantwortlich. 22 Hotels und sonstige Unterkünfte mit mehr als zehn Betten verzeichnet Rosenheim derzeit. Und genau an diesem Punkt möchte der Wirtschaftsdezernent ansetzen, wenn es darum geht, noch mehr Besucher nach Rosenheim zu locken. Er will die Zahl der verfügbaren Betten weiter erhöhen. Doch der Weg bis dorthin sei langwierig. Bis zur Fertigstellung eines neuen Hotelstandortes habe es in der Vergangenheit mitunter länger als 18 Jahre gedauert, wie Bugl schilderte. Zumindest beim Hotel „My Home“ Form im Rosenheimer Gewerbegebiet Oberfeld habe es diese Zeit gebraucht.

Zumindest kann die Stadt mit einem Alleinstellungsmerkmal punkten, das sie im deutschsprachigen Raum bekannt macht: die Rosenheim-Cops. Rund vier Millionen Zuschauer allein in Deutschland haben den Namen „Rosenheim“ wöchentlich buchstäblich auf dem Schirm. Auch bei den Stadtführungen stehen die Rosenheim-Cops weit oben: Rundgänge zu diesem Thema machen 64,8 Prozent aller Führungen aus. Diese Marke ist Fluch und Segen zugleich, denn klar ist auch den Rosenheimer Stadträten: Nichts ist für die Ewigkeit. „Das größte Risiko für das Rosenheimer Tourismusmarketing wäre die Einstellung der Serie“, ist im Tourismuskonzept zu lesen. Hierdurch würde die Wahrnehmung Rosenheims im deutschsprachigen Raum massiv zurückgehen.

Bewusstsein
schärfen

Und: „Da die Stadt aus sich selbst heraus kaum Sehenswürdigkeiten generieren kann, ist Rosenheim mehr als andere Städte von dieser Außenwahrnehmung abhängig.“ Und doch bleiben die Fernsehermittler ein Bestandteil des Tourismuskonzepts, um stetig mehr Besucher nach Rosenheim zu locken. Wie weit die Stadt damit gehen darf, hängt aber auch vom ZDF und der Produktionsfirma ab, mit der sich Rosenheim im Blick auf die Nutzung des Namens abstimmen muss.

Insgesamt sei das Bewusstsein Rosenheims für den Tourismus ausbaufähig, lautet eine der Schlussfolgerungen im vorgelegten Papier. Entsprechend fehle die Motivation, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen, damit sich die Stadt als Tourismus-Standort etablieren kann. Dies mache sich auch an fehlender Infrastruktur in diesem Bereich bemerkbar: wenige Stellplätze für Busse, Wohnmobile oder Pedelecs, aber auch die Zahl der öffentlichen Toiletten sei aus Fremdenverkehrssicht zu gering.

Dennoch macht das Gutachten für Rosenheim auch Chancen im Bereich Tourismus aus. Dabei schielt Bugl als Autor des Papiers auf Entwicklungstrends der Branche und damit auf Wanderer, Städtereisende. Doch auch im Blick auf Geschäftskunden verspricht sich der Wirtschaftsdezernent als Autor des Konzepts weiteres Potenzial für den Tourismus in Rosenheim. Durch Kongresse und Veranstaltungen im Kultur- und Kongresszentrum wie auch im Ballhaus. Bis zur nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses soll die Verwaltung einen Zeitrahmen erarbeiten, innerhalb dessen die Erkenntnisse des Konzepts umgesetzt werden sollen.

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