„Ihr Markenzeichen war ihr Lächeln“

von Redaktion

Nachruf Inge Bauer, ehemalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Michael, im Alter von 79 Jahren gestorben

Rosenheim – Inge Bauer, ehemalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Michael, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Sie hinterlässt einen Mann, drei Kinder und acht Enkel.

1942 in Rosenheim geboren, habe es Inge Bauer nie woanders hingezogen. „Sie war schon immer Rosenheimerin. Das war ihr wichtig“, sagt ihre Tochter Christa. 1958 begann Bauer eine Ausbildung bei der Sparkasse. Sie saß am Schalter, hatte viel mit Kunden zu tun und lernte dadurch viele Menschen kennen. Nach der Geburt ihres ersten Kindes wechselte sie von Voll- in Teilzeit und hörte 1981 schließlich komplett auf.

Von der Jugend an war Bauer in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv. „Der kirchliche Reformgeist aus ihren Jugendjahren hat sie für ihr weiteres Engagement geprägt“, sagt Tochter Christa. Nach ihrer Tätigkeit bei der Bank setzte sie sich für eine „lebendige Gemeinde“ ein. Von 1986 bis 2013 war sie Mitglied im Pfarrgemeinderat. Erst als Schriftführerin, später als Vorsitzende.

„Die Inge war eine Frau, die viel gemacht hat, aber sich nie in den Vordergrund gedrängt hat“, sagt ihr Nachfolger Peter Weber. Sie hatte einen „unschlagbaren Gleichberechtigungssinn“ und habe sich dafür eingesetzt, dass auch Mädchen ministrieren dürfen.

„Es war ihr schon immer wichtig, etwas zu bewegen“, sagt Tochter Christa. Sie sei sehr hartnäckig gewesen, habe nur selten locker gelassen. „Sie hat sich um viele Kleinigkeiten gekümmert und die Gemeinde dadurch geprägt“, sagt Weber. So habe es beispielsweise eine Zeit gegeben, als es auf dem Parkplatz vor St. Michael immer wieder zu Unfällen gekommen sei. Inge Bauer habe sich deshalb dafür eingesetzt, dass an der Straße ein Spiegel angebracht wird.

2000 habe sie den „Eine-Welt-Laden“ gegründet. 14 Jahre lang habe sie hier aller zwei Wochen fairproduzierte Waren verkauft. „Sie hatte so eine freundliche Art. Selbst wenn man nichts gebraucht hat, musste man einfach bei ihr einkaufen“, sagt Weber.

Für ihren unermüdlichen Einsatz hat sie vor einigen Jahren die Korbiniansmedaille erhalten. Unterstützt wurde sie nicht nur von den drei Kindern, sondern auch von ihrem Mann Alfred. Die beiden heirateten 1964 und seien sehr miteinander verbunden gewesen. „Er hat ihr immer den Rücken freigehalten“, sagt Tochter Christa. Sie beschreibt ihre Mutter als humorvoll, als eine Frau die „immer ehrlich und aufrichtig“ gewesen sei. Es habe in ihrer Natur gelegen, vieles zu hinterfragen und die Gespräche mit den jeweiligen Personen zu suchen.

Im vergangenen Frühjahr wurde Inge Bauer dann verabschiedet. Um einen Nachfolger für ihre zahlreichen Tätigkeiten habe sie sich selbst gekümmert. „Es läuft zwar alles weiter. Aber sie fehlt uns natürlich schon sehr“, sagt Peter Weber. hei

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