Zum Bericht „Vermehrt auf Fahrzeuge mit Erdgasbetrieb setzen“, erschienen im Lokalteil:
Die CSU setzt auf Erdgasfahrzeuge und scheint mit ihrem Vorschlag völlig aus der Zeit gefallen zu sein. Der Absatz von Pkw, die mit Erdgas betrieben werden, ist seit Jahren rückläufig und wird vermutlich mangels Nachfrage bald eingestellt werden. Zudem hat Rosenheim in der Kastenau bereits eine Erdgastankstelle. Der CO2-Einsparungseffekt gegenüber Benzin oder Diesel hält sich in Grenzen. Wozu also eine Tankstelle in Schwaig, die nur rentabel ist, wenn auch städtische Fahrzeuge dort tanken? Warum nicht auf die CO2-freie Elektromobilität übergehen? Es gibt im Pkw-Bereich inzwischen hinreichend E-Fahrzeuge mit ähnlicher Reichweite wie Erdgasfahrzeuge, und deren Betriebskosten sind deutlich niedriger. Zudem können diese Fahrzeuge an ihrem Standplatz geladen werden, und die Stadtwerke könnten auch eine zentral gelegene Schnellladestation einrichten. Für Müll- oder Sonderfahrzeuge ist Erdgas hingegen okay, denn der klassische Verbrennungsmotor kann weiter genutzt werden. Die CSU hat wohl noch nicht mitbekommen, dass die Neuzulassung von E-Fahrzeugen jetzt bereits zweistellig ist mit einer sehr hohen, jährlichen Steigerungsrate.
Aber auch die Stadtwerke haben einen Nachholbedarf, was Ladesäulen angeht. Bad Aibling hat, was die Anzahl der öffentlichen Ladesäulen betrifft, Rosenheim überholt. Die Förderung der Elektromobilität befindet sich seit längerer Zeit in einem Dämmerschlaf und ist auch außerhalb des Blickfeldes derer in der Stadt, die sich um die Reduzierung der CO2-Emissionen bemühen. Es fehlen Ladeplätze in den städtischen Parkhäusern, und kostenlose, städtische Parkplätze für E-Fahrzeuge wie in München gibt es auch nicht. Man vermisst auch Lademöglichkeiten auf der Loretowiese.
Herbert Sax
Großkarolinenfeld