Keine Bäume für Beuys

von Redaktion

Stadträte stimmen gegen Beteiligung am Projekt „7000 Eichen“

Rosenheim – Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys hat die Stiftung „Maximum Kunstgegenwart“ ein Projekt gestartet, bei dem in mehreren Städten eine Eiche gepflanzt und in unmittelbarer Nähe eine Basalt-Stele aufgestellt wird. Damit soll an Beuys Projekt „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ erinnert werden, die den urbanen Lebensraum von Kassel ökologisch erneuert und verbessert hat. Für die Rosenheimer Grünen und ÖDP-Stadtrat Horst Halser Anlass genug, eine Beteiligung der Stadt an diesem Projekt zu beantragen. Allerdings stieß ihr Antrag während der Sitzung des Kulturausschusses nur auf wenig Begeisterung. So fehle laut Gabriele Leicht (SPD) nicht nur der Bezug zu Rosenheim, auch die nationalsozialistische Vergangenheit des Künstlers spreche gegen den Vorschlag. „Wenn wir für etwas Geld ausgeben, dann lieber für Künstler aus der Region“, sagte sie. Stadträtin Ricarda Krüger (Die Partei) sprach sich ebenfalls gegen den Antrag aus, sagte, dass sie nicht für jemanden einen Baum pflanzen will, der den „Holocaust relativiert hat“. Laut Stadtrat Karl-Heinz Brauner (Grüne) handele es sich bei Beuys um einen der „anerkanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts“. Er sei sich sicher, dass sich Sponsoren finden ließen, die die Pflanzung finanzieren würden. „Es geht nicht um den Betrag, sondern die Sache an sich“, entgegnete Ulrike Plankl (CSU). Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP ergänzte, dass auch ihm der Bezug zu Rosenheim fehle. Mit 8:3 stimmten die Stadträte gegen den Vorschlag, sich an dem Projekt zu beteiligen. hei

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