Große Trauer um eine „charakterstarke Kämpferin“

von Redaktion

Die langjährige Stadträtin Gerda Franz ist nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben

Rosenheim – Nach schwerer Krankheit ist Gerda Franz aus Rosenheim jetzt im Alter von 79 Jahren gestorben. Die ehemalige CSU-Stadträtin und Ehrenvorsitzende der Frauen-Union Rosenheim-Stadt war nach den Worten von Dekan Daniel Reichel nicht nur der ruhende Mittelpunkt einer Familie, sondern auch eine starke Persönlichkeit, die viel für die Gesellschaft geleistet hat.

Nach dem Trauergottesdienst in der Klosterkirche St. Sebastian erinnerten auf dem Städtischen Friedhof Oberbürgermeister Andreas März, sein Stellvertreter Daniel Artmann für den CSU-Kreisverband Rosenheim Stadt sowie Alexandra Linordner für die Frauen-Union an das „wertvolle Wirken der Verstorbenen“.

„Das Lebensbuch von Gerda Franz ist voll von Erfahrungen und Bildern, manche Seiten durften wir mit ihr teilen und dafür wollen wir dankbar sein“ – mit diesen Worten begann Dekan Reichel seine Trauerpredigt und er erinnerte an den Lebenslauf von Franz. Sie kam in Rosenheim zur Welt, verlor im ersten Lebensjahr bereits ihre Mutter und kam mit zwölf Jahren zur Familie Piedl. Dort wurde sie mit den sieben Kindern der Familie streng und katholisch erzogen.

Nach Volks- und Städtischer Mittelschule für Mädchen arbeitete sie als Sekretärin bei der Industriegewerkschaft Metall in Rosenheim und lernte dort ihren Mann Kurt kennen. Die Hochzeit war im Jahr 1961, sodass heuer das Fest der diamantenen Hochzeit hätte gefeiert werden können. Zwei Kinder und vier Enkelkinder waren ihr ganzer Stolz. Bedingt durch berufliche Aufgaben ihres Mannes wechselte die Familie Franz mehrmals ihren Wohnsitz. Zuerst 1964 nach Bietigheim und 1969 nach Nürtingen in Baden-Württemberg, dann nach Donauwörth und schließlich wieder zurück nach Rosenheim, da ihr Mann Kurt 1983 zum Direktor des Lehrinstituts für Holzwirtschaft und Kunststofftechnik nach Rosenheim berufen wurde.

Mit seiner Aufgabe war es auch verbunden, dass Reisen in viele Länder und Kontinente möglich waren und das Weltbild der Verstorbenen prägten. Franz fand gleich eine Anstellung bei der CSU-Stadtratsfraktion. Nach der Wahl von Stadtrat Adolf Dinglreiter in den Bayerischen Landtag war sie dessen Sekretärin und bis zum Renteneintritt 25 Jahre für die CSU tätig.

Oberbürgermeister Andreas März bezeichnete die Verstorbene, die von 1991 bis 2002 dem Gremium angehörte, als „eine mutige, leidenschaftliche und verantwortungsbewusste Frau, die diplomatisch, streitbar und herzlich gleichermaßen war und die in ihrer Ehrenamts-Ausübung in vorbildlicher Weise ihrer Heimatstadt Rosenheim diente“. Daniel Artmann dankte der „verlässlichen Ratgeberin“ namens der CSU-Stadtratsfraktion, des CSU-Kreisverbandes Rosenheim-Stadt und des CSU-Ortsverbandes Aising, dem sie seit 1975 angehörte. Er sagte: „Gerda war stets werteorientiert, sie war nicht laut, aber sie wurde immer gehört.“

Von 1987 bis 1997 war Gerda Franz Kreisvorsitzende der Frauen-Union Rosenheim Stadt. Alexandra Linordner als aktuelle Kreisvorsitzende würdigte die Verstorbene als „eine charakterstarke Kämpferin und eine perfekte Organisatorin“. Ihre Würdigung schloss Linordner mit einem Zitat von Albert Schweitzer: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

Welch große Wertschätzung Gerda Franz zeitlebens innerhalb ihrer Familie genoss, brachte Enkel Kilian zum Ausdruck: „Unsere Oma war die Person in Liebenswürdigkeit, sie war wortgewandt und feinsinnig, sie war Stütze in jeder Lebenslage und sie war für uns ein moralischer Kompass.“

An der Trauerfeier in der Kirche und an der Beerdigung nahmen zahlreiche Verwandte, Freunde und Weggefährten teil, unter ihnen auch Alt-Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Anton Hötzelsperger

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