Rosenheim – Es hatte etwas von einem Familientreffen: Weder die Mitglieder der Familie Fischbacher noch Weggefährten wollten sich die Eröffnung der Siegfried-und-Roy-Ausstellung im Ballsaal am Mittwoch entgehen lassen. Vielleicht auch, um die Gelegenheit vor dem offiziellen Teil des Abends zu nutzen, nochmal ins Gespräch über die Zauberer Siegfried Fischbacher und Roy Horn zu kommen.
Nochmal richtig
Gas gegeben
Fischbachers Familie war es dann auch, die den Abend eröffnete. Genauer gesagt: Luca und Lola, die Töchter der Großnichte Siegfried Fischbachers,
Jennifer. Die Mädchen auf der Bühne dürften als Erste die Gäste begrüßen, bevor der Vorsitzende des Historischen Vereins Rosenheim, Karl-Heinz Brauner, die Großnichte Fischbachers, Jennifer, auf die Bühne bat. Sie berichtete über die Vorbereitung der Ausstellung: „Wir haben vergangene Woche noch mal richtig Gas gegeben“, sagte Jennifer Fischbacher über die Planung, die vor allem ohne das Engagement von Initiatorin Erika Körner-Metz nicht „ins Rollen“ gekommen wäre. „Du bist eine tolle Frau“, lobte Fischbacher das Pensum, das Körner-Metz in den vergangenen Monaten gestemmt habe.
Es ist ein buntes Potpourri, das die Besucher der Siegfried-und-Roy-Ausstellung erwartet, vornehmlich Fotografien von Siegfried Fischbacher und seinem Bühnenpartner Roy Horn mit bekannten Größen aus dem Showbusiness. Diese hat Jörg Länger an den Wänden des Ballsaals aufhängen lassen. Der Rohrdorfer Künstler initiierte das Konzept der Expo. Den Innenbereich des Ballsaals hat der Künstler mit großen Planen abhängen lassen, die beidseitig mit großformatigen Fotoporträts von Siegfried und Roy bedruckt sind.
Schon im Eingangsbereich zum Saal gibt es viele Erinnerungsstücke an die beiden Künstler zu sehen, daneben haben die Organisatoren den Treppenaufgang zum zweiten Stock des Gebäudes mit weißen Plüschtigern drapiert.
Die Ausstellung selbst ist nur ein Teil des Gesamtkonzepts, welches der Historische Verein Rosenheim gemeinsam mit Mitgliedern der Familie Fischbacher zusammengestellt hat.
In den kommenden Wochen gibt es neben Exponaten auch Filmausschnitte mit den Zauberern zu sehen, teilweise auch private Aufnahmen mit der Kamera. Hinzu kommen Bühnenshows mit verschiedenen Zauberkünstlern auf der Bühne. Ein besonderer Leckerbissen dürfte indes ein Format sein, in welchem der Gründer des Rosenheimer Siegfried-und-Roy-Fanclubs, Karl Heinz Wunschelmeier, mit Siegfried Fischbachers Schwester über das Leben ihres Bruders spricht.
Erinnerungen
an den Bruder
Die Ordensschwester Dolore – mit bürgerlichem Namen Margot – erinnerte sich im Gespräch mit Wunschelmeier auch an die ersten Zaubertricks ihres Bruders, wenngleich diese bei ihr und ihrer Mutter bisweilen für geschocktes Erstaunen gesorgt hatten. Damals, als Siegfried eine Glühbirne zerbrach, eine der Scherben in seinem Mund verschwinden ließ und eine Rasierklinge gleich hinterher. Aufgereiht an einer Schnur kamen die beiden Gegenstände vor den Augen von Mutter und Schwester wieder zutage.
Auch eine Begegnung mit Roy Horns Geparden Chico ist der Ordensschwester noch bestens in Erinnerung geblieben. Auf Heimatbesuch in Rosenheim hatte jedoch Siegfried das Tier gemeinsam mit seiner Schwester spazieren geführt. Immer wieder hatte sich der Gepard zwischen die beiden gedrängelt, so lange, bis Siegfried Fischbacher das Tier frei laufen ließ. Die Suche, die sich dieser Entscheidung anschloss, endete bei einem Polizeiwagen, in dem der Gepard Platz genommen hatte – im Beisein hilfloser Polizisten.
Die Ausstellung heuer ist nicht der Abschluss des Historischen Vereins Rosenheims, an den berühmten Sohn der Stadt und seinen Bühnenpartner zu erinnern. Vereinschef Karl-Heinz Brauner signalisierte, dass es im kommenden Jahr weitergeht. Der Verein will die „Illusion in Perfektion“ ins Ballhaus holen. Videoprojektionen sollen Besucher im Sommer 2022 möglichst nah an das Erlebnis heranführen, als wohnten sie einer Liveshow der Magier bei.