Gastronomie statt Sportgeschäft?

von Redaktion

Wohn- und Geschäftshaus in der Münchener Straße soll saniert und erweitert werden

Rosenheim – Das Wohn- und Geschäftshaus in der Münchener Straße 25 ist in die Jahre gekommen. Jetzt gibt es erste Pläne, wie es nach der Schließung von „Karstadt Sports“ weitergehen könnte. Neben der Sanierung ist von einer Gastronomie im Erdgeschoss die Rede. Auch ein Einzelhandel sei vorstellbar. Nur mit den Mietern hat bisher noch niemand gesprochen.

Neuer Besitzer ist
Immobilienentwickler

Die Türen sind verriegelt, in den großen Schaufenstern wird Werbung für das benachbarte Kleidungsgeschäft gemacht. Seit mehr als einem Jahr stehen das Unter- und Erdgeschoss sowie die erste Etage des Gebäudes in der Münchener Straße leer, nachdem das Geschäft „Karstadt Sports“ schließen musste. Jetzt hat den Gebäudekomplex, in dem sich auch zahlreiche Wohnungen befinden, der Immobilienentwickler Dr. Andreas Bienert gekauft.

Seit 2009 leitet er die Firma Pronesta mit Sitz in Feldafing am Starnberger See, die sich auf die Sanierung von historischen Altbauten in und um München spezialisiert hat. „Wir freuen uns, durch die Erhaltung und Modernisierung dieser Gebäude unseren Teil zur Bewahrung des historischen Stadtbildes beizutragen“, schreibt Bienert auf seiner Website. Einen Klick weiter gibt es zahlreiche Beispiele, die diese Worte unterstreichen sollen. So hat er in München beispielsweise eine Fabrik in der Linprun-straße in moderne Stadtwohnungen umgebaut, in der Hans-Pinsel-Straße in München-Haar haben er und seine Mitarbeiter ein ehemaliges Bürogebäude mit 4000 Quadratmetern Geschossfläche in neun Monaten entkernt und vollständig zu einem sozialen Wohnheim um- und ausgebaut.

Jetzt will der Immobilienentwickler auch dem Gebäudekomplex in der Münchener Straße 25 seinen Stempel aufdrücken. Viel über seine Pläne verraten will Bienert allerdings noch nicht. Er verweist lediglich auf die Details, die bereits in der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses besprochen wurden, an der er gemeinsam mit seiner Frau Sylvia teilgenommen hat.

Geplant sei die Sanierung und Erweiterung des Wohn- und Geschäftshauses. „Das Gebäude soll um zwei gestaffelte Geschosse und um insgesamt 6,50 Meter auf 22,74 Meter aufgestockt werden“, teilt die Stadtverwaltung mit. Des Weiteren sei eine Erweiterung nach Norden um zweieinhalb Meter über die bisherige Bauflucht hinaus geplant. In dem Teil des Obergeschosses, in dem bisher Sportartikel verkauft worden sind, könnten demnächst Wohnungen entstehen. „Die Nutzung des Gebäudes soll im Erdgeschoss auf Einzelhandel und Gastronomie und die Flächen der Obergeschosse auf Wohnen geändert werden“, heißt es dazu im Rathaus. Zudem soll die Außenfassade erneuert, das Gebäude energetisch saniert und Balkone angebaut werden. „Für uns ist das ein sehr spannendes Projekt“, sagt Bienert und lobt die Zusammenarbeit mit den Stadträten und der Verwaltung.

Bereits seit rund einem Jahr laufen die Planungen, jetzt hält der Immobilienentwickler den Vorbescheid in den Händen. Voraussetzung für den Vorbescheid ist ein städtebaulicher Vertrag mit dem Eigentümer, der die Rahmenbedingungen der baulichen Umgestaltung präzisiert. So muss sich beispielsweise die geplante Aufstockung in die nähere Umgebung einfügen. Auch darf das Gebäude nur in den Obergeschossen durch Balkone um zweieinhalb Meter in Richtung Norden erweitert werden, nicht aber im Erdgeschoss. Dort muss die Flucht zu den Nachbargebäuden erhalten bleiben. Diesem Vorbescheid haben die Stadträte jetzt einstimmig zugestimmt.

Mieter wurden
bisher nicht informiert

Während Bienert und seine Firma jetzt die weiteren Schritte planen, hat zumindest ein Teil der Mieter erst auf Nachfrage unserer Zeitung von den Plänen erfahren. „Wir wurden nicht informiert. Zudem haben wir Beanstandungen und wissen jetzt nicht, an wen wir uns jetzt wenden sollen“, sagt eine Mieterin. Auch ob die Pläne für die Aufstockung und Sanierung für sie Folgen haben könnte, ist im Moment noch ungewiss.

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