Die Familie und der Betrieb waren ihr Leben

von Redaktion

Nachruf Seniorchefin des Gasthofs Höhensteiger ist mit 80 Jahren verstorben

Rosenheim – Der Gasthof und die Familie waren ihr Leben. Die Seniorchefin des Gasthofs Höhensteiger in Westerndorf St. Peter, Christl Höhensteiger, ist mit 80 Jahren verstorben.

Sie war Gastwirtin aus Überzeugung, berichtet ihr Sohn Georg, das „Herz des Hauses“, wie er sagt und wohl auch die Seele. Das merkten die Gäste, wenn ihnen auffiel, dass Christl Höhensteiger eigentlich in jedem Bereich des Gasthofs mit anpackte: in der Küche, beim Service und als gelernte Fachverkäuferin auch in der früheren Metzgerei des Gasthofs.

Christl Höhensteiger stammt aus Hausham, kam aus einer Arbeiterfamilie. 1965 heiratete sie ihren Mann Sebastian. Ihn hatte sie anderthalb Jahre zuvor bei einem Faschingsball im Gasthof Höhensteiger kennengelernt – sie war als griechische Göttin verkleidet, er war der Ballkönig. Mit Sebastian Höhensteiger heiratete sie in gewisser Weise auch den zugehörigen Gasthof, der heuer in sechster Generationen von der Familie geführt wird. „Der Betrieb war ihr Leben“, sagen die Kinder über ihre Mutter. „Ihre große Lebensaufgabe ist gewesen, Beruf und Familie zu vereinen.“ Und das habe sie gut geschafft, wie ihre Kinder betonen. Christine Höhensteiger hinterlässt neben ihrem Ehemann vier Kinder und sechs Enkel. Sowohl für ihren Nachwuchs wie auch für die Enkel hatte sie stets ein offenes Ohr, vor allem aber ein offenes Herz. Egal, wie stressig der Betrieb war, wenn Kinder und Enkel kuscheln wollten, musste alles andere erst mal warten. Auch wenn sie in vielen Vereinen Mitglied war, blieb doch der Betrieb des Gasthofs und die Fürsorge für ihre Familie das eigentliche Hobby der 80-Jährigen. Deswegen habe sie auch nie ein Amt in den Gemeinschaften angestrebt, denen sie sich angeschlossen hatte.

An einen einzelnen herausragenden Augenblick mit ihrer Mutter können sich die Kinder nicht erinnern, so viele besondere Momente seien es gewesen in denen sie, deren Quell an Energie und Enthusiasmus schier unerschöpflich schien, Kinder und Enkel begeisterte. Dies habe sich auch nicht mit dem Schlaganfall geändert, den Christine Höhensteiger vor zehn Jahren erlitt. Sie hat jahrelang gegen die körperlichen Einschränkungen gekämpft und trotz vieler Rückschläge nie aufgegeben. Am 9. Oktober ist die gute Seele des Hauses Höhensteiger friedlich entschlafen. Die Trauerfeier ist für Freitag, 15. Oktober, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Pfaffenhofen mit anschließender Beerdigung angesetzt.Jens Kirschner

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