Wer kämpft künftig für die Radler?

von Redaktion

Grüne monieren die schleppende Suche der Stadt Rosenheim nach Beauftragtem

Rosenheim – Im Juni gab die Radverkehrsbeauftragte der Stadt Rosenheim, Eva-Maria Mayr, ihren Rücktritt bekannt. Aus persönlichen Gründen, wie sie sagte (wir berichteten). Acht Monate arbeitete sie in diesem Ehrenamt. Auf der Suche nach einem Nachfolger werden seitens der Grünen im Rosenheimer Stadtrat die Forderungen lauter, die Stelle mit einer hauptamtlichen Kraft zu besetzen.

Forderung nach
hauptamtlicher Stelle

Dies auch, um der Position mehr Gewicht zu verleihen. Denn, so die Befürchtung der Grünen, bleibt es bei der ehrenamtlichen Besetzung der Stelle, laufe man Gefahr, dass der Nachfolger Mayrs nach ebenso kurzer Zeit wieder das Handtuch wirft. Diese Bedenken gaben die Grünen zumindest zur jüngsten Sitzung des Rosenheimer Stadtrats kund. Grünen-Stadtrat Peter Weigel erinnerte an die Forderung, die Stadt sollte für den Radverkehrsbeauftragten zumindest eine halbe Stelle vorsehen. „Wir sollten eigentlich vermeiden, dass es genauso läuft wie beim letzten Mal, dass die Radverkehrsbeauftragte nach einem guten halben Jahr entnervt hinwirft“, mahnte Weigel.

Mit ihren Bedenken, die Stelle des Radverkehrsbeauftragten erneut ehrenamtlich zu besetzen, stimmen die Grünen mit den Mitgliedern des Rosenheimer Radentscheids überein. Armin Stiegler, ein Sprecher der Gruppe und Mitglied im Rosenheimer Fahrradbeirat, fordert für die Besetzung der Position in Rosenheim zumindest eine „größere Halbtagsstelle“. „Es gibt so viele Punkte, wo man in Rosenheim anpacken müsste“, findet Stiegler. Dies mit einem Ehrenamtlichen zu bewältigen sieht er kritisch. Eine solche „Baustelle“ in Sachen Radverkehr liegt in Heilig Blut. Dort findet sich entlang der Aisinger Straße eine Radfahrerampel, an der sich ein Radweg anschließt – zumindest über einige Meter. Denn dann mündet die rote Fläche in einen Gehweg, der zwar für Radfahrer freigegeben ist, auf dem diese jedoch nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen (wir berichteten).

Immer zwischen
den Fronten

Die Mitglieder des Radentscheids wundern sich aber auch, dass man sie nicht in die Beratungen zur jüngsten Ausschreibung der Stelle mit eingebunden hat. „Ich finde es nicht abwegig, hätte man uns eingebunden“, sagt Armin Stiegler. Zumal die Aufgaben des Radverkehrsbeauftragten in der Veröffentlichung der Stadt doch recht schwammig formuliert seien. Für Stiegler sollte der neue Radverkehrsbeauftragte möglichst nicht im Räderwerk der Verwaltung stecken, sondern auch unabhängig handeln können. Dies auch, um auch aus eigener Initiative Dinge anstoßen zu können und nicht immer auf den Segen des Rathauses warten zu müssen.

Es brauche jemanden mit Rückgrat, da der Radverkehrsbeauftragte immer zwischen den Fronten stehe, findet Stiegler. Zumal er Bindeglied zwischen den Tiefbau-Fachleuten bei der Stadt und den Radlfahrern sei. Wichtig sei für den Nachfolger Eva-Maria Mayrs aber auch, dass dieser kommunikativ ist. Der Radverkehrsbeauftragte nimmt in Stieglers Augen eine Vermittlerrolle ein. Zum einen, um das Thema Radfahren zu werben, zum anderen auch, um den Radlfreunden verständlich machen zu können, wenn ein Projekt in Sachen Radweg nicht durchsetzbar ist.

Der Umgang mit sozialen Medien gehört für ihn genauso in den Werkzeugkasten eines Radverkehrsbeauftragten wie die Fertigkeit, eigene Kampagnen zu gestalten. Und schlussendlich würde auch ein wenig Erfahrung im Umgang mit Verwaltungen dem neuen Radverkehrsbeauftragten nicht schaden, wenn er zu verschiedenen Themen Stellung beziehen muss.

Zumindest bewerberseitig scheint die Ausschreibung durchaus gefruchtet zu haben. Neun Personen, berichtet die Stadt auf Anfrage, hätten sich bislang auf die Stelle beworben.

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