Leserforum

„Geschwister-Scholl- Straße“ als Alternative

von Redaktion

Zum Bericht „Die Sache mit den Straßennamen“, erschienen im Lokalteil:

Dankenswerter Weise wird von OVB-Mitarbeiterin Karin Wunsam die vor 30 Jahren geführte Diskussion um den problematischen Straßennamen „Langbehnstraße“ wieder aufgegriffen. Nach jemandem eine Straße zu benennen, ist immer eine große Auszeichnung, und diese Ehre wird grundsätzlich nur jemandem zuteil, der sich besondere Verdienste erworben hat.

Kann man das von Langbehn sagen? Er wird zurecht als jemand gekennzeichnet, der die Demokratie abgelehnt hat, Antisemit war und als „Wegbereiter des Nationalsozialismus“ gesehen wird. Warum wurde überhaupt nach ihm, der angeblich mit Rosenheim nichts zu tun hatte, eine Straße benannt? Man muss wohl befürchten, dass seine Gedanken damals in unserer Stadt auf fruchtbaren Boden fielen.

Allerdings gibt es, wie jeder weiß, den Antisemitismus immer noch, ja antisemitische Straftaten nehmen in den letzten Jahren ständig zu. 2020 registrierten die Behörden 2351 entsprechende Anzeigen. Grund genug, um mit einer Auswechslung des Straßennamens „Langbehnstraße“ ein Zeichen zu setzen. Als die Nazizeit vorüber war, bekamen (fast) alle Straßen, die entsprechende Namen trugen, wieder ihren alten oder einen neuen Namen. Dabei wurden aber offensichtlich Vorbilder der Nazis übersehen, sodass es unsere Aufgabe heute ist, die entsprechenden Umbenennungen zügig durchzuführen. Der damalige Vorschlag „Geschwister.Scholl-Straße“ ist ausgezeichnet.

Andreas Salomon

Rosenheim

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