Rosenheim – Die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) übernimmt zum 1. November die Konzessionen des Stadtverkehrs Rosenheim und baut dabei das Angebot für Fahrgäste aus. Das hat die Stadt in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.
Bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember bindet die RVO das Romed-Klinikum an das städtische Busnetz an und richtet direkt am Klinikum eine Haltestelle ein. Auch das Mitnehmen von Fahrrädern in den Stadtbussen ist in einer Testphase ab Mitte Dezember möglich. Darüber hinaus bietet die RVO mit dem Einsatz der „Wohin·Du·Willst-App“ (WdW-App) Fahrgästen in Stadt und Landkreis einen kostenfreien digitalen Mobilitätsplaner an. Ab 2022 möchte die RVO auf den Stadtbuslinien auch den digitalen Ticketkauf über die WdW-App möglich machen.
Ziel der RVO ist es, den Nahverkehr für die Bürger zukünftig so attraktiv wie möglich zu gestalten: Neben den geplanten Maßnahmen im Dezember wird die RVO in Zusammenarbeit mit den Partnern in der Verkehrsgemeinschaft Rosenheim „WIR“ in den nächsten Monaten den Stadtverkehr überplanen und dabei auch die Regionalbuslinien mit einbeziehen. Dabei möchte die RVO die Bürger einbinden und sie nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragen.
„Unser Ziel ist es, den ÖPNV in der Stadt und im Landkreis für unsere Fahrgäste modern, bequem und auf ihre Bedürfnisse angepasst auszubauen und zu gestalten. Es freut mich sehr, dass wir gemeinsam mit der SV Rosenheim GmbH sowie weiteren Vertretern der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft aktiv daran arbeiten“, sagt Michael Schmidt, RVO-Niederlassungsleiter Ost. „Gemeinsam wollen wir sehr gute Leistungen und Qualität für unsere Kunden auf die Straße bringen.“
Haltestellen nach
wie vor unverändert
Im bisherigen Stadtbusverkehr ergeben sich für Fahrgäste keine Änderungen: Die Stadtbuslinien bedienen die bisherigen Haltestellen unverändert, und das städtische Ticketzentrum bleibt weiterhin bestehen. Der Stadtverkehr stellt die rund 20 Busse für den Betrieb, und auch für die Beschäftigten gibt es keine Änderungen.
„Mit der Übernahme des öffentlichen Personennahverkehrs durch den RVO sind die Voraussetzungen gegeben, die Forderungen aus der Fortschreibung des Nahverkehrsplans umzusetzen und die Nutzerfreundlichkeit des Rosenheimer Busverkehrs zu verbessern. Um die coronabedingten Rückgänge im Fahrgastaufkommen wieder auszugleichen, kommt es jetzt darauf an, schnell für die erforderlichen Verbesserungen zu sorgen. Ich setze darauf, dass die RVO GmbH mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in der Abwicklung des ÖPNV daran tatkräftig mitwirkt“, kommentiert Oberbürgermeister Andreas März den Betreiberwechsel. „Großer Dank gebührt in diesem Zusammenhang aber auch Ingmar Töppel und seinem Team“, so März.
Töppel selbst äußert sich in einer separaten Pressemitteilung. Die Firma Kroiss habe 1958 den Stadtverkehr gegründet und betreibe ihn seit 2004 eigenwirtschaftlich – also ohne Zuschüsse der Kommune. Mit der Pandemie seien die Fahrgastzahlen jedoch so stark weggebrochen, dass eine Eigenwirtschaftlichkeit nicht mehr darstellbar sei. „Es ist aktuell nicht abzusehen, wann sich die Fahrgastzahlen wieder erholen werden. Daher musste für die Zukunft eine tragfähige Lösung gefunden werden“, sagt Töppel. Aus diesem Grund würde der Stadtverkehr zukünftig mit der RVO zusammenarbeiten. „Für die Fahrgäste und die 50 Beschäftigten der Firma Kroiss und des Stadtverkehrs ändert sich zunächst gar nichts“, sagt Töppel. Die von der Stadt angesprochenen Veränderungen, die der Betreiberwechsel mit sich bringt, wären laut Töppel auch ohne diese Maßnahme erfolgt. „Natürlich ist es für uns eine bittere Pille, das persönlich hohe Engagement für einen guten und bezahlbaren ÖPNV in Rosenheim in fremde Hände zu legen. Aber ohne starke und verlässliche Partner kann derzeit ein gutes Angebot nicht dargestellt werden“, sagt Töppel.
Beitrag zum
Klimaschutz leisten
Für die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) bedankt sich Geschäftsführer Oliver Kirchner bei allen Beteiligten für die lösungsorientierte Zusammenarbeit. „Jetzt gilt es für die Rosenheimerinnen und Rosenheimer, ihren Stadtbus rege zu nutzen, um einerseits den Verkehr in der Stadt merklich zu entlasten und andererseits einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“.