Rosenheim – Nach nur einem Monat ist sie seit gestern wieder da: die Maskenpflicht in den Klassenzimmern. Tragen müssen die Schüler die Masken in allen geschlossenen Räumen: in den Klassenzimmern, Treppenhäusern, Gängen. In den Grundschulen reicht eine Alltagsmaske aus Stoff, Schüler an weiterführenden Schulen müssen eine medizinische Maske über Mund und Nase ziehen.
Alexandra Bogris, Rektorin der Grundschule Erlenau, berichtet: „Für die meisten Kinder unserer Schule ist das Tragen der Masken auch am Sitzplatz kein Problem. Angenehm ist es für niemanden. Es ist anstrengend, den ganzen Tag mit Maske vor dem Mund laut und deutlich zu sprechen.“ Den Kindern fehle die Mimik, insbesondere die Lippenbewegung der Lehrkraft. „Das ist gerade für unsere Erstklässler beim Erlernen der Buchstaben, aber auch für die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache eine große Hürde.“
Auch der Schulleiter an der Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter, Robert Mayr, zeigt sich zufrieden mit den neuen Regeln: „Die meisten Schüler sind sehr vernünftig, und mir sind bisher keine Ausreißer bekannt. Solange wir mit den Masken einen Präsenzunterricht bewahren können, werden wir alles tun, um diesen beizubehalten.“
Aber auch in Anbetracht der hohen Inzidenzen in Rosenheim stehe die Gesundheit der Schüler und Lehrkräfte an oberster Stelle, sagt Rektorin Alexandra Bogris. „Corona und die dazugehörigen Maßnahmen sind für die Kinder mittlerweile bereits Alltag geworden. Sie halten sich meist vollkommen kinderleicht an die Regeln, wie im Übrigen an alle Regeln, die für ein gutes Miteinander wichtig sind“, berichtet sie weiter.
Die einzige Ausnahme für die Maskenpflicht bestehe im Sportunterricht, ergänzt ihr Kollege Mayr: „Sobald die Mindestabstände von anderthalb Metern eingehalten werden können, muss keine Maske mehr getragen werden. Die Sportlehrer haben dafür den Lehrplan möglichst kontaktlos gestaltet.“
Lediglich die Eltern der Schüler nehmen die erneute Maskenpflicht mit gemischten Gefühlen auf. Vor der Grundschule in Westerndorf St. Peter treffen die Meinungen aus zwei unterschiedlichen Lagern aufeinander. Die eine Seite spricht sich gegen die Masken aus: Die Kinder seien jeden Tag getestet, hätten in Sachen Corona bereits genug mitgemacht und bräuchten den direkten Kontakt für eine gesunde Entwicklung.
Im direkten Gegensatz dazu befürworten die anderen Eltern die neuen Beschränkungen: Kinder seien schließlich die schwächste Gruppe in der Gesellschaft und ein jeder solle seinen Teil dazu beitragen, ihnen genügend Schutz zu bieten. Außerdem schützten die Kinder so nicht nur sich selbst, sondern auch alle Familienmitglieder zu Hause. Kilian schmöller