Leserforum
Was macht das riesige Kreuzfahrtschiff an der Wittelsbacherstraße?
Zum Bericht „Großstadt-Träume, aber keine Vision“, erschienen im Lokalteil:
Wie eine unmäßige Wohnmaschine, optisch einem Ozeanriesen ähnelnd, verliert das geplante Hochhaus, gegenüber der Christkönig-Kirche, jeden Bezug zu der vorhandenen Bebauung. Die gewaltige Höhe reicht bis knapp an die obere Kante des gemauerten Kirchturms. Vor Jahren hat man sogenannte Sichtachsen auf das Kirchengebäude, als zentralen Punkt dieses Quartiers, verbindlich festgelegt. Das interessiert heute keinen mehr im Stadtrat. Makulatur.
Mit dem Totschlagargument „Wohnraum schaffen“, glaubt man, alles durchwinken zu können. Ich bin mir nicht sicher, ob die zu schaffenden Wohnungen, Rosenheimer Bürgern überhaupt zugutekommen, oder ob hier eine Schlafstadt für Münchner entsteht (Bahnhofsnähe).
Als Höhenbezug nimmt man fälschlicherweise die beiden bereits vorhandenen Hochhäuser an der Aventinstraße, die übrigens nochmals übertroffen werden sollen und nicht die ursprüngliche Bausubstanz an der Wittelsbacherstraße, von der eigentlich auszugehen ist. Klar, je höher der Bau, desto größer der Profit für Investoren und Bauträger. Herbert Borrmann (CSU) meint, man könne über einzelne Projekte diskutieren, aber das ist ja gerade das Dilemma in Rosenheim: die Konzeptionslosigkeit. Der OB sollte den Mut haben, ein sofortiges Moratorium, zur nochmaligen Diskussion und Überarbeitung der Pläne durch den Stadtrat, anzuordnen, um maßvollere Lösungen zu finden. Eine Begehung durch die Stadträte vor Ort, oder durch eine Besteigung des Kirchturms, könnte zu einer besseren Einsicht führen.
Rosenheim