Rosenheim – Auf der Spur der Corona-Sünder: Mit umfangreichen Kontrollen hat die Polizei am Dienstag und am Mittwoch in Rosenheim die Einhaltung der verschärften Corona-Regeln geprüft. Mit aus Sicht der Polizei erfreulichem Resultat: Es habe keine schwerwiegenden Beanstandungen gegeben. „Die Kontrollen verliefen problemlos und in kooperativer Atmosphäre“, heißt es aus dem Ordnungsamt der Stadt Rosenheim. Es habe Kontrollen in 27 Betrieben gegeben, es müssen keine Bußgelder verhängt werden. Kleinere Verstöße seien direkt besprochen worden.
Hintergrund für die verschärften Bestimmungen: In den Landkreisen in der Nachbarschaft der Region Rosenheim marschieren die Inzidenzzahlen stramm auf die Tausender-Marke zu oder haben sie – wie in Rottal-Inn (1140,4) – bereits geknackt. Die Klinik-Ampel, bemessen an der Auslastung der Krankenhäuser in ganz Bayern, steht auf „Rot“, Ministerpräsident Markus Söder hat den Katastrophenfall ausgerufen. Die Region Rosenheim ist mit einer Inzidenzzahl von 581,2 für den Landkreis und 388,4 für die kreisfreie Stadt noch nicht mal unter den am stärksten betroffenen Gebieten Bayerns. Insgesamt liegt der Freistaat mit 427,4 bundesweit auf dem dritten Platz hinter Sachsen (521,9) und Thüringen (469,2).
Aufgrund der schwierigen Lage hat sich die Polizei in den vergangenen Tagen verstärkt darum gekümmert, ob die verschärften Regeln von Wirten und Gästen eingehalten werden. In der Gastronomie und für Beherbergungsbetriebe gilt die sogenannte 3G-plus-Regelung, die den Zutritt entweder Genesenen und Geimpften oder Gästen mit negativem PCR-Test gestattet. Clubs und Diskotheken dürfen nur Genesene oder Geimpfte einlassen.
Angela Rieß von „Tante Paula“ in Rosenheim bestätigt, dass die Gäste gegen die Kontrolle der Regeln durch das Personal in der Regel nicht protestierten. „Die kommen eher gar nicht mehr“, sagt Rieß. Bei „Tante Paula“ wie auch anderen Betrieben sei die Frage eher, wie lange man unter verschärften Pandemie-Regeln noch überleben könne. Die Gäste seien eben nicht begeistert, für viele spielte die Frage nach Impf- oder Immunstatus auch zu sehr ins Private, überhaupt sei die Unsicherheit in der Branche groß. „Viele Weihnachtsfeiern werden abgesagt“, sagt sie.
Neben ihren Gästen werden Gastronomen und Veranstalter in den kommenden Tagen auch immer wieder die Polizei begrüßen können. Es werde „ganz sicher verstärkte Kontrollen“ geben, sagte Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Die Kontrollen werden dann nicht auf die Stadt Rosenheim beschränkt sein. Auch das Landratsamt schaltet sich ein. „Im Hinblick auf die jüngsten Ausführungen der bayerischen Staatsregierung werden in nächster Zeit im Landkreis Rosenheim auch nicht anlassbezogene Kontrollen in Betrieben aller Art stattfinden“, sagte Sprecherin Ina Krug. „Aktuell laufen die Planungen dafür.“
Für Gäste und Beschäftigte können bei Verstößen Strafen von 250, für Gastgeber und Veranstalter, Betreiber und Arbeitgeber sogar Bußgelder von 5000 Euro fällig werden. Kleinere Strafen solle die Polizei unverzüglich einziehen können, hatte Ministerpräsident Söder angekündigt. Wie das juristisch unterfüttert werden könne, wisse man allerdings noch nicht, sagte Stefan Sonntag. Michael Weiser