Andrea Thomas erneut zur Vorsitzenden gewählt

von Redaktion

Versammlung des Tierschutzvereins Rosenheim – Rechtliche Schritte gegen anonyme Beiträge

Rosenheim – Einstimmig als Vorsitzende des Rosenheimer Tierschutzvereins wiedergewählt wurde am letzten Samstag Andrea Thomas. Die 74 Vereinsmitglieder, die sich zur Hauptversammlung in der Raublinger Gemeindehalle angemeldet hatten, waren offenbar mit Erich Schlarb von der Steuerkanzlei Schlarb einer Meinung: Der Wirtschaftsprüfer hatte dem bisherigen Vorstand bescheinigt, absolut solide gewirtschaftet zu haben.

Neubauten als
große Aufgabe

Eine Einschätzung, die von den beiden Kassenprüfern Andreas Bensegger und Manfred Voigt zusätzlich bekräftigt wurde: Die Buchführung sei sauber, übersichtlich und einwandfrei. Eine Tatsache, die hoch zu würdigen sei, wie Andreas Bensegger meinte, denn schließlich sei mit dem Tierheimneubau eine große Aufgabe zu stemmen gewesen, auch sonst gehe es hier um das Finanzvolumen eines mittleren Geschäftsbetriebes, das allein von Ehrenamtlichen bewältigt werde.

Auch für die anderen Positionen des Vereinsvorstandes fiel die Wahl der Vereinsmitglieder eindeutig, meist sogar einstimmig aus. Dabei hatte es bei den Beisitzern zusätzlich zu dem Vorschlag des scheidenden Vereinsvorstandes zwei weitere Bewerbungen gegeben. Eine Bewerberin konnte jedoch nicht zugelassen werden, weil nach den Statuten des Vereins jeder Wahlbewerber sich persönlich gegenüber der Vereinsversammlung präsentieren muss. Die Bewerberin aber konnte den Gemeindesaal nicht betreten: Um die Veranstaltung bei der derzeitigen Corona-Lage überhaupt durchführen zu können, war eine strikte 2G-Regel bei zusätzlicher Maskenpflicht auch am Platz einzuhalten. Der zweite zusätzliche Bewerber um einen Beisitzerposten bekam nur zwei Ja-Stimmen, elf Teilnehmer enthielten sich der Stimme. Bei seiner kurzen Vorstellungsrede war vor allem sein Satz, er werde sich im Falle einer Wahl darum bemühen, „dass die Tiere im Tierheim eine bessere Stimme bekämen, als das jetzt der Fall ist“ auf deutlich hörbares Unverständnis bei den anwesenden Vereinsmitgliedern gestoßen.

Andrea Thomas war über die Wahl mit ihrer eindeutigen Stimmabgabe erleichtert. „Um auch in Zukunft vernünftige Arbeit leisten zu können“ so sagte sie, „ist es wichtig, dass die Vorstandschaft ein Team ist, das an einem Strang zieht. Konstruktive und effektive Zusammenarbeit setzt einfach gegenseitiges Vertrauen voraus“.

Diese Äußerung war wohl auch vor dem Hintergrund der Anfeindungen zu verstehen, der sich Vorstandschaft wie Tierheim vor allem in den letzten Wochen ausgesetzt sahen. In teilweise anonymen Posts in den sozialen Medien war von „linken Spielen“ des Vereinsvorstands die Rede gewesen und davon, dass davon abgeraten werden müsse, „diesen intrigant und illegal handelnden Verein noch zu unterstützen“. Gegen diese Posts gehe man nun anwaltlich vor, erklärte Andrea Thomas der Versammlung und bekam dafür lang anhaltenden Applaus.

Für die Zukunft wird sich der neue Vorstand vor allem auch darum bemühen, die Möglichkeiten auszuschöpfen, die das neue Tierheim zur Einbeziehung der Öffentlichkeit bietet. Der große Gruppenraum im Erdgeschoss soll für öffentliche Veranstaltungen rund um Tierbetreuung und Tierpflege benutzt werden, aber auch für Schulen und Kindergärten sollen Besuche zu einer möglichst festen Einrichtung werden. Angedacht ist auch daran, das Tierheim in regelmäßigen Abständen für Besucherführungen zu öffnen.

Hundetrainer und Physiotherapeutin

Jeder Interessierte soll sich über die Arbeit des Tierheims informieren und selbst davon überzeugen können, dass es den Tieren wirklich gut geht. Kaum einer wisse zum Beispiel, dass für die Hunde zwei Hundetrainer angestellt seien, dazu eine Hundephysiotherapeutin. Ein Nebeneffekt dieser Öffentlichkeitsbeteiligung: Unterstellungen, dass bei der Tierbetreuung etwas im Argen liegen könnte, soll so für die Zukunft von vornherein jeder Boden entzogen werden. Johannes Thomae

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