Rezept

Früher Papier – heute Fondant

von Redaktion

Susanne Reese aus Rosenheim modelliert Tortendekoration aus Zuckermasse

Rosenheim – Sechs Fondantfiguren liegen verpackt und versandbereit in Susanne Reeses Wohnzimmer. Eigentlich habe sie sich gerade Urlaub genommen von ihrem Internet-Shop, sagt sie. Aber es gebe noch viele offene Bestellungen, für die sie auch in der Weihnachtszeit Tortendekoration modelliere. Von ihrem Zuhause aus kreiert die leidenschaftliche Bäckerin eine Bandbreite an Figuren, die sie seit mehr als einem Jahr auf der Plattform Etsy zum Kauf anbietet. Von Teddybären und Einhörnern bis zu Dinos und der Raupe Nimmersatt reichen ihre Kunstwerke aus Fondant.

Große Liebe
zum Detail

Mit großer Liebe zum Detail modelliert sie die zehn bis zwölf Zentimeter großen Körper. Normalerweise kommen dazu noch ein Schriftzug und verschiedene Kleinigkeiten, die zum Thema passen, dazu, bevor sie ihre Päckchen aufgibt. Ihre Kunden bekommen somit eine Auswahl zusammengestellt, mit der sie etwa Geburtstagstorten verzieren können. Zum Dino etwa gibt es aus der Zuckermasse modellierte Eier, Knochen, Pflanzen, aber auch Namen und Alter des Geburtstagskinds dazu.

„Ich knete den Fondant erst weich, damit er sich besser verarbeiten lässt und keine Risse entstehen“, erklärt Susanne Reese. Vor ihr liegt die Modelliermasse in verschiedenen Farben. Sie will daraus einen Elf kneten. Reese beginnt mit einer grünen Kugel aus Fondant, woraus sie den Grundkörper formt. „Die Proportionen müssen stimmen“, erklärt sie. Als Inspiration für die verschiedenen Motive diene ihr die Ideen-Plattform Pinterest, damit sie sich ihre Figuren bildlich im Kopf vorstellen könne.

Als Instrument benutzt sie Modellierwerkzeug und ihre Hände. „Man braucht viel Fingerspitzengefühl für die Details“, sagt die 35-Jährige. Zur Stabilität steckt sie den grünen Grundkörper und den Kopf auf einen Schaschlikspieß, damit die Figur nicht umfallen kann. Wegen dieses Fremdteils deklariere sie ihre süßen Kreationen aber als nicht-essbar – auch, weil die Modelliermasse schnell aushärte.

Bierkastentorte
für den Gatten

„Je kreativer, desto besser“, ist das Motto der 35-Jährigen. Leider sei nach ihrer Schulzeit keine Konditor-Lehrstelle in der Nähe frei gewesen. Deswegen habe sie sich für eine Lehre zur Metzgerei-Fachverkäuferin entschieden. Eine Ausbildung zur Konditorin will sie dennoch absolvieren, obwohl der Zugang als Quereinsteigerin schwer sei. Nur mit einem Konditormeister dürfe man auch Torten verkaufen, die sie momentan lediglich in ihrer Freizeit gestaltet und an Freunde und Familie verschenkt. Für den Geburtstag ihres Mannes backt sie beispielsweise eine Bierkastentorte, die täuschend echt aussieht. Der Inhalt: Schokoladenflaschen.

Ihre Torten verschenke sie gerne. Zum Beispiel, um einem schwer krankes Mädchen eine Freude zu machen. Die Rosenheimerin will nächstes Jahr auch an ein Tierheim spenden, das den Erlös von jeder verkauften Weihnachtsfigur bekommen soll.

Gebacken habe Susanne Reese schon immer gerne. Bei ihrer Großmutter, einer gelernten Köchin und Freizeit-Künstlerin, habe sie schon früh in der Küche mitgeholfen und die Liebe zum Backen entdeckt. Vor sieben Jahren habe sie deswegen angefangen, eigene Torten zu kreieren und die passende Dekoration zu modellieren.

Reese sagt: „Früher habe ich auf Papier gemalt, heute eben auf Fondant.“ Bei Wettbewerben und bei Kursen lerne sie immer wieder dazu. Irgendwann möchte sie auch selbst einen Kurs zum Modellieren geben und einen eigenen Laden mit ihren Kreationen eröffnen.

Mittlerweile ist Reese beim Kopf des Elfen angelangt, der Rest sitzt schon. „Der Gesichtsausdruck muss zu der Figur passen“, das sei wichtig. Dafür malt sie mit ruhiger Hand Augenbrauen, Rouge und Sommersprossen auf, damit die Figur lebendiger aussehe. Sie versuche ebenso, beim Modellieren der Haare die Bewegung der einzelnen Strähnen einzufangen. Zwei Stunden hat sie für die kleine Gestalt gebraucht, manchmal seien es aber bis zu vier, die sie an einem Projekt sitze, erzählt die 35-Jährige. Am liebsten modelliert Susanne Reese Tortendekoration für Kinder, worauf sie sich jedes Mal freue. „Das Strahlen der Kinderaugen ist einfach schön“, meint sie.

Sacherherzen:

Für den Teig:

200g Mehl

15g Kakao

150g gemahlene Mandeln

125g Puderzucker

Mark einer Vanilleschote

Prise Salz

2 Eigelb

2 TL Rum

175g Butter

Für den Belag:

200g Aprikosenmarmelade

200g Marzipan-Rohmasse

50g Puderzucker

Für die Glasur:

Kuvertüre

Weiße Schokolade

Zubereitung:

Mehl und Kakao vermischen. Mandeln, Puderzucker, Vanillemark, Salz, Eigelb, Rum und Butter dazugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Für mindestens eine Stunde kalt stellen.

Den Teig etwa fünf Millimeter stark ausrollen und Herzen und Sterne ausstechen. Im Ofen bei ei 160°C Umluft etwa zwölf bis 15 Minuten backen. Auskühlen lassen. Die Plätzchen mit der Aprikosenmarmelade bestreichen. Marzipan mit dem Puderzucker verkneten und dünn ausrollen. Ebenfalls Herzen und Sterne ausstechen und auf die Marmeladenschicht legen. Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen und die Plätzchen in die Glasur tauchen. Trocknen lassen. Die weiße Schokolade ebenfalls über einem Wasserbad schmelzen und die Plätzchen damit nach Belieben verzieren.

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