Rosenheim – Für die meisten gehören sie einfach dazu: die Besuche der Christmette am Heiligen Abend und der morgendlichen Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen. In diesem Jahr herrscht aufgrund der Corona-Pandemie jedoch teilweise Verunsicherung: Was ist erlaubt, wo und wann finden die Messen statt und mit welchen Hygienekonzepten?
Pfarreien dürfen
selbst entscheiden
Fest steht: Es wird viele Gottesdienste geben in Rosenheim. Das war es aber fast schon mit der allgemeingültigen Aussage für das gesamte Stadtgebiet. Denn die weiteren Regelungen unterscheiden sich von Stadtteil zu Stadtteil. Das hängt damit zusammen, dass das Erzbistum München und Freising die Entscheidung, ob zum Beispiel die 3G-Regelung angewandt wird, der jeweiligen Ortspfarrei überlässt.
In der Stadtteilkirche Am Wasen finden die Gottesdienste beispielsweise mit den bisherigen Regeln statt. Dazu gehört, dass zwingend der Mindestabstand zwischen den Teilnehmern eingehalten wird, der Geistliche die Kommunion am Sitzplatz ausgibt und nur eine begrenzte Anzahl an Menschen die Kirche betreten darf.
Eine FFP2-Maske müssen die Gläubigen ebenfalls durchgehend tragen. Das wiederum gilt auch für Gottesdienste, die unter Beachtung von 3G gefeiert werden. Dazu hat sich etwa die Stadtteilkirche Inn entschieden. An zehn Gottesdiensten, zu denen Pfarrer Andreas Maria Zach und das pastorale Team einen besonders großen Ansturm erwarten, dürfen nur geimpfte, genesene und PCR-getestete Personen teilnehmen. Darunter fallen an Heiligabend die Kinderkrippenfeier um 15.30 Uhr und die Christmette um 23 Uhr in St. Nikolaus sowie am ersten Weihnachtstag die Festgottesdienste um 9 Uhr in St. Hedwig in der Erlenau und um 18 Uhr in der Kastenau. Bei Kindern unter zwölf Jahren und Schülern, die regelmäßig getestet werden, entfällt die Nachweispflicht. Der Einlass beginnt eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst. Ordner an den Pforten kontrollieren die Impf-Nachweise, wie es schon gelegentlich im Advent der Fall war.
Veranstaltungen
im Freien
Nur vereinzelt findet diese Regelung derzeit ihre Anwendung in der Stadtteilkirche Am Zug, wo in Christkönig beispielsweise ohnehin sehr viel Platz zur Verfügung steht. In St. Quirinus in Fürstätt heißt es am 25. Dezember um 10.15 Uhr: „Bitte Impfpass, negativen Test oder Genesungsnachweis.“ Dort gilt dann 3G. Darüber hinaus bieten alle drei Stadtteilkirchen ebenso wie die evangelisch-lutherische Kirche Veranstaltungen im Freien an, an Pfarrheimen, vor den Gotteshäusern oder auf dem Friedhof und ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl. Dort ist es nicht mehr notwendig, eine Maske zu tragen, es wird jedoch empfohlen.
Hinzu kommen allerlei digitale Angebote wie der tägliche Gottesdienst-Livestream aus dem Münchener Liebfrauendom und Angebote für Familien, die im Internet unter www.kirchenamwasen.de abrufbar sind. Dort stehen auch Heftchen zum Download bereit, die als Orientierung für Hausgottesdienste dienen.
Denn nach wie vor gilt: Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat die Gläubigen mit einer Dispens von der Pflicht entbunden, eine heilige Messe zu besuchen. „Menschen, die zu Risikogruppen gehören und noch nicht geimpft sind, sollen eigenverantwortlich gut überlegen, ob sie in der gegenwärtigen Situation zu einem Gottesdienst kommen“, heißt es. Heutige technische Mittel ermöglichen es uns, Kontakte zu pflegen, ohne dabei ein Gesundheitsrisiko weiterzugeben“, heißt es unisono seitens des evangelisch-lutherischen Dekanats. „Bei den Entscheidungen, welche Regelung angewandt wird, haben beispielsweise die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle gespielt, die von Kirche zu Kirche unterschiedlich sind“, weiß Domkapitular Dekan Pfarrer Daniel Reichel.
Darunter fallen die Platzangebote der Gebäude, aber auch Erfahrungswerte, was Besucherfrequenz und spezifische Traditionen betrifft. Er und seine beiden Kollegen, Prodekan Sebastian Heindl und Andreas Maria Zach, sind sich aber sicher, ein umfangreiches Angebot ausgearbeitet zu haben, das möglichst allen Rosenheimern die Chance gibt, an einem weihnachtlichen Gottesdienst oder einer Andacht teilzunehmen, sei es in Präsenz oder digital.
Trotz teilweise knapper personeller Besetzung (wir berichteten) gibt es so allein am Heiligen Abend 25 katholische Gottesdienste, Andachten und Krippenspiele in Rosenheim, verteilt auf alle Stadtteile – von St. Michael an der Westerndorfer Straße im Norden bis St. Martin in Happing im Süden. Neben den drei Stadtpfarrern, einem Vikar und einem Kaplan begeben sich Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferenten in und an die Kirchen, um wohnortnah die Geburt Jesu Christi zu verkünden.