Rosenheim – Normalerweise macht das Teddybärkrankenhaus Rosenheim keine Kindergarten- oder Schulbesuche, damit die Kinder bewusst ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Aber durch Corona hat sich viel verändert, und ein Event wie das Teddybärkrankenhaus mit über 600 Kindern an zwei Tagen und fast 100 ehrenamtlichen Helfern durchzuführen, war undenkbar.
2020 wurde das Teddybärkrankenhaus digitalisiert und kann jederzeit unter www.teddybaerkrankenhaus-rosenheim.de zu Hause besucht werden. Aber „nur“ digital ist dem Gründer und Projektleiter Nico Hanny auch zu Corona-Zeiten nicht ausreichend. „Es bleibt das Zwischenmenschliche, wie der Austausch mit den Kindern, auf der Strecke. Ich wollte wissen, wie es den Kindern geht, und ihnen auch Perspektiven aufzeigen. Jeder kann selbst etwas für seine Gesundheit tun oder – psychologischer formuliert – seine Selbstwirksamkeit stärken und Verantwortung übernehmen.“
Und deshalb ging es für Hanny und Magdalena Schmid in Kindergärten und Schulen, natürlich unter den geltenden Hygieneauflagen. Die Kinder waren über das Thema Corona sehr gut aufgeklärt und hatten nicht mehr viele diesbezügliche Fragen an die Teddydocs. Durch den Organ-Teddybär Berni, ein Stoffbär in Kindergröße mit maßstabsgetreuen Stofforganen im Bauch, und der Ernährungspyramide ergaben sich dafür viele andere Fragen.
„Es ist immer wieder eine neue Situation, und es wird nicht langweilig, da jedes Kind andere Vorkenntnisse und Ideen mitbringt. Fragen jeglicher Art sind erlaubt und gewünscht, und so kann es schon einmal vorkommen, dass ein Kind den Grund dafür wissen möchte, warum es mit einem Kaiserschnitt geboren wurde“, erzählt Hanny.
So ging es um ernsthafte Themen wie Organspende: „Ohne welches Organ können wir leben?“ oder „Mit einer Spende kann man mehrere Leben retten!“ bis hin zur Erklärung der Widerspruchslösung in Deutschland, welche leider nicht zufriedenstellend sei, vor allem weil es an Aufklärung fehle, so Hanny. Ebenso sähe es bei der Knochenmarksspende aus, bei welcher heutzutage die Stammzellen meistens aus dem Blut gefiltert werden können und man keine Angst mehr vor einer Knochenpunktion haben muss.
Weiter ging es mit Fragen zu Gehirnerschütterungen, warum ein Fahrradhelm Sinn macht sowie mit Informationen zu Bauchschmerzen und Blinddarmentzündungen. Auch die gesunde Ernährung und die Bedeutung von Bewegung und Sport im Alltag oder in Vereinen interessierte die Kinder. Und genau das war das Ziel des Besuches: den Kindern zu zeigen, dass es mehr gibt als Corona und dass sie sich dazu auch untereinander austauschen. Insgesamt nahmen etwa 400 Kinder an dem Programm teil. Ermöglicht wird das Projekt Teddybärkrankenhaus Rosenheim durch die Sparkassenstiftung für die Stadt Rosenheim und Startklar Soziale Arbeit Oberbayern. re