„Die Brille ist ein Stück Lebensqualität“

von Redaktion

Optiker Peter Schellmoser verabschiedet sich in den Ruhestand – Häckl übernimmt

Rosenheim – In der Salinstraße 3 geht eine Ära zu Ende. Nach 50 Jahren zieht sich Optikermeister Peter Schellmoser aus seinem Geschäft zurück. Die gute Nachricht: Ein Nachfolger steht bereits fest. Die Familie Häckl übernimmt.

1972 erstes eigenes
Geschäft eröffnet

Einfach fällt Peter Schellmoser der Abschied nicht. „Das ist eben so, wenn man die Dinge mit viel Herzblut macht“, sagt er. Der 81-Jährige sitzt in dem großen hellen Geschäft, in dem er die vergangenen Jahrzehnte verbracht hat. An den Wänden hängen Brillen in allen möglichen Farben und Formen. Ganz hinten sieht man ein Bild, das den heute 81-Jährigen zeigt, als er gerade mit seiner Karriere begann. 1958 sei das gewesen. Eine Zeit, in der, wie er sagt, nur wenige Optiker den Mut hatten, auf farbige Brillenfassungen und ein ausgefallenes Design zu setzen. „Aber ich habe mich nie von vorgeformten Normen leiten lassen. Das war von Anfang an nicht meine Welt.“

1972 eröffnet Peter Schellmoser sein eigenes Geschäft. Er setzt von Anfang an auf bunte und eckige Modelle, kauft auf Messen in Paris und Mailand ein. „Für mich war die Brille schon immer ein modisches Accessoire und ein Stück Lebensqualität“, sagt er.

Nach und nach macht sich der heute 81-Jährige in Rosenheim und Umgebung einen Namen. Auch weil er jemand ist, der sich gerne mit Menschen und deren Wünschen beschäftigt. „Es ist wichtig, auf die Kunden einzugehen“, sagt er. Deshalb habe er in seinem Büro eine Box, die mit Karteikarten gefüllt ist. Auf jeder steht der Name eines Kunden. Dazu einige Notizen über ihre Vorlieben, welche Brillen sie in der Vergangenheit gekauft haben und wie sie ihren Kaffee mögen. „Ich bin nicht nur Augenoptiker, sondern auch Handwerker, Berater und hin und wieder Therapeut“, sagt der 81-Jährige, der in den vergangenen 25 Jahren von seiner Frau Marion unterstützt wurde. „Sie ist leider viel zu früh gestorben“, sagt er.

Einige Jahre habe er noch alleine weitergemacht, doch jetzt will sich auch Peter Schellmoser aus dem Geschäft zurückziehen und sich mehr Zeit fürs Privatleben gönnen. „Am Anfang ist mir die Entscheidung schwergefallen“, sagt er. Mittlerweile habe er sich damit abgefunden. Auch weil er weiß, dass das Geschäft weitergeführt wird. Wenn auch mit einem anderen Namen.

So gut wie
nichts verändern

„Für mich war es sehr wichtig, einen Kollegen zu finden, der meine Philosophie verstanden hat und sie weiterträgt“, sagt Peter Schellmoser. Mit seinem langjährigen Freund Erich Häckl – der bereits mehrere Geschäfte in Rosenheim betreibt – sei genau das geglückt. „Wir werden so gut wie nichts verändern. Wir sind ja selber ein Familienunternehmen“, sagt Häckl.

Hin und wieder will Peter Schellmoser im Laden vorbeischauen und bei der ein oder anderen Beratung helfen. Ansonsten aber bricht für ihn ein neuer Lebensabschnitt an. „In Erinnerung werden mir die vielen schönen Erlebnisse mit meinen Kunden bleiben“, sagt er.

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