Rosenheim – Ein Spaziergang, eine Schilderdemo und zwei Mahnwachen: In Rosenheim hat es in den vergangenen zwei Tagen gleich vier Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Pandemie gegeben. Nicht nur die Polizei zieht ein positives Fazit. Auch die Veranstalter sind zufrieden.
Bilder, Transparente
und viele Logos
Zum zweiten Mal haben sich die Teilnehmer der Initiative „Rückenwind Gesundheitspersonal“ auf dem Ichikawa-Platz versammelt, um auf die extreme Belastung der Mitarbeiter im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen. „Zudem soll mit der Versammlung Stellung gegen die Proteste bezogen werden, die die aktuellen Corona-Maßnahmen infrage stellen“, sagt Initiatorin Barbara Riedel. Die 42-Jährige hatte, wie berichtet, beschlossen, ein Zeichen gegen die „menschenfeindlichen Angriffe auf die Demokratie“ zu setzen und sich mit denen zu solidarisieren, die den Hauptteil im Kampf gegen die Pandemie tragen. Rund 100 Menschen sind laut Polizei ihrem Beispiel gefolgt und haben sich auf dem Ichikawa-Platz eingefunden – darunter auch zahlreiche Politiker sowie der Betriebsrat des Krankenhauses.
„Wir sind zufrieden, wie es gelaufen ist“, sagt Riedel. Aufgrund der angespannten Infektionslage habe man vorab besprochen, dass sich auf dem Platz keine Menschenmenge ansammele. Stattdessen sollten zahlreiche Bilder, Transparente und Logos die Zahl der Unterstützer optisch veranschaulichen. Anders als die Polizei vermutet Riedel, dass rund 200 Menschen an der Veranstaltung teilgenommen haben. Verstöße gegen die Corona-Auflagen habe es laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd nicht gegeben.
Ähnlich friedlich verliefen die beiden Veranstaltungen der Initiative „Rosenheimer Mahnwache“ am Mittwochabend. Neben der Schilderdemo an der Rathausstraße, an der rund zehn Menschen teilnahmen, kamen laut Polizei rund 700 Menschen – die Veranstalter sprechen von knapp 1000 – im Mangfallpark Süd zusammen, um sich unter anderem gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern auszusprechen. Thema bei der rund zweistündigen Veranstaltung war neben der Kritik an den „überzogenen Auflagen der Stadt“ auch das in Rosenheim gegründete Netzwerk „Freie Impfentscheidung“.
Nicht genügend
Ordner eingesetzt
„Die Mahnwache war wie immer friedlich. Der Zusammenhalt ist deutlich erkennbar“, sagt Organisatorin Peggy Galic einen Tag später. Laut Polizei hat es bei den beiden Veranstaltungen im Mangfallpark lediglich einen Verstoß gegeben, weil nicht genügend Ordner eingesetzt waren.
Den Abschluss bildete der „Drei-Königs-Zug“ am gestrigen Donnerstagabend unter dem Motto „Für Frieden, Freiheit und mehr Menschlichkeit in dieser dunklen Zeit“. Mehrere Tausend Menschen zogen vom Mangfallpark Süd über den Ludwigsplatz bis zur Kufsteiner Straße und wieder zurück zur Rathausstraße.
Ein ausführlicher Bericht folgt in der Samstagsausgabe. hei