Rosenheim – Eigentlich hätte gestern Abend eine Veranstaltung der Rosenheimer Jusos in Zusammenschluss mit der Initiative „Rückenwind Gesundheitspersonal“ stattfinden sollen. Geplant gewesen sei ein Treffen im Mangfallpark und ein anschließender Demozug durch die Innenstadt mit dem Ziel, es den „Spaziergängern unmöglich zu machen, ihre menschenfeindliche und verschwörungsideologische Hetze durch die Stadt zu tragen“. Doch drei Stunden nach der Ankündigung, meldet sich der Veranstalter Luca Fischer in einer weiteren E-Mail zu Wort und sagte die Aktion kurzerhand ab. Der Grund: Man könne die Auflagen der Stadt weder technisch noch finanziell erfüllen. „Auch das unüblich frühe Erscheinen der Ordner kann nicht gewährleistet werden“, sagt Fischer. Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, die Veranstaltung abzusagen. „Ein Entgegenkommen von der Stadt wäre nett gewesen“, ergänzt Fischer. Zumal man durchaus bereit sei, sich an die Auflagen zu halten – sollten sie denn umsetzbar sein.
Doch die Stadt will die Kritik so nicht stehen lassen. „Die Auflagen unterscheiden sich nicht von denen bei anderen in der Größe vergleichbaren Versammlungen“, sagt Pressesprecher Christian Baab. Weil die Kundgebung für 19 Uhr angesetzt war, hätten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen für eine Beleuchtung im Mangfallpark sorgen müssen. „Diese Auflage gilt für jedwede Versammlung dort bei Dunkelheit“, sagt Baab.
Auch den Vorwurf des „unüblich“ frühen Erscheinens der Ordner könne die Stadt nicht nachvollziehen. So gelte bereits seit einigen Monaten, dass Ordner für Versammlungen dieser Größenordnung 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn vor Ort sein müssen. Laut Stadt hätte der Leiter der Veranstaltung ursprünglich 500 Teilnehmer angemeldet. Zwar habe er diese Zahl am Donnerstag auf 300 reduziert, dennoch seien für „Versammlungen dieser Größenordnung die genannten Sicherheitsvorkehrungen unumgänglich“.
Während diese Veranstaltung zwar abgesagt wurde, soll am kommenden Freitag eine weitere Kundgebung der Initiative stattfinden. Geplant sei es, „ein deutliches Zeichen gegen rechte Hetze zu setzen“. Beginn ist um 17 Uhr am Bahnhof. Zur gleichen Zeit findet eine Demonstration der Afd gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen statt. hei