Rosenheim – Nach langer Corona-Pause dürfen die Diskotheken und Clubs in Rosenheim ab sofort wieder öffnen. Das Nachtleben geht jedoch nur unter bestimmten Bedingungen wieder los. Davon die Vorfreude verderben lassen wollen sich die Betreiber nicht. Das wird in den Gesprächen mehr als deutlich.
Gerade einmal
zwei Tage Vorlaufzeit
Die Gläser sind poliert, die DJs gebucht und die Getränke kalt gestellt: Im „Nerdz“ in der Samerstraße ist man bereit für den heutigen Abend. „Es wird Zeit, dass es endlich wieder losgeht“, sagt Franz Fischer. Er steht hinter der Theke, sein Partner Alexander Stöhr sitzt am Tresen. Fast drei Monate lang waren sie die einzigen Gäste in ihrem Lokal. „Im Vergleich zu den 18 Monaten davor war es eine eher kurze Zeit“, sagt Stöhr. Vermisst hätten sie es trotzdem. Am Mittwoch habe sie dann die lang ersehnte Nachricht erreicht, dass sie wieder aufsperren können. „Zwei Tage Vorlaufzeit sind natürlich nicht viel“, sagt Fischer. Geschafft hätten sie es trotzdem. Auch weil man mit den Lockerungen gerechnet habe. Zweifel daran, dass zahlreiche Party-Begeisterte den Weg in ihr Lokal finden werden, haben die beiden Betreiber nicht. Im Gegenteil. Schon jetzt hätten sie zahlreiche Nachrichten von ihren Stammkunden erhalten, die es kaum erwarten könnten, wieder zu feiern.
Gleiches berichtet Markus Wunderlich, der Betreiber der „One Bar“ und des „Tatis“. Die Neuigkeit von der Wiedereröffnung sei noch keine 20 Minuten in den Sozialen Medien gewesen, da habe er bereits 63 Reservierungsanfragen gehabt. „Die Leute sind heiß“, sagt Wunderlich. In den vergangenen Tagen hätten er und seine Mitarbeiter geputzt und Waren bestellt. Jetzt warte man gespannt auf die ersten Gäste. „Natürlich ist die Situation im Moment durch den Ukraine-Krieg getrübt. Aber ich glaube, die Leute freuen sich über eine Ablenkung“, sagt Wunderlich.
Ähnlich äußert sich Sascha Khayat vom P2-Club. Auch er hätte sich ein besseres Timing für die Wiedereröffnung gewünscht und kann nachvollziehen, dass einigen sicher nicht zum Feiern zumute ist. Trotzdem glaubt er, dass sich viele nach einem Stück Normalität sehnen. In den vergangenen Tagen habe er den kompletten Club gereinigt, die Eismaschine überprüft und die Kühlung angeschaltet. „Ich kann schlecht einschätzen, wie es am Freitag läuft. Aber am Samstag werden sie uns überrennen“, ist sich Khayat sicher.
Säfte pressen
und DJs suchen
Auf einen solchen Ansturm hofft auch Stephan Rech von der „Lausa Bar“ in der Kaiserstraße. Die vergangenen Tage seien für ihn – aufgrund des geringen Vorlaufs – sehr stressig gewesen. „Wir mussten Sirup machen, Säfte pressen und DJs suchen“, sagt er. Optimistisch, dass bis heute Abend um 20 Uhr alles fertig ist, gibt er sich trotzdem. Und die Vorfreude spüre er schon jetzt. Auch weil er glaubt, dass die Clubs, Bars und Diskotheken so schnell nicht wieder zusperren müssen.
Diese Hoffnung haben auch die drei anderen Rosenheimer Betreiber. „Natürlich ist der Gedanke da, dass wir irgendwann wieder zusperren müssen“, sagt Franz Fischer. Im Moment aber drehe sich alles um die Wiedereröffnung am heutigen Abend. Und auf die freuen sich – trotz der aktuellen Situation in der Ukraine – nicht nur die Betreiber.