„Mit diesem Umfang haben wir nicht gerechnet“

von Redaktion

In der Apostelkirche in Rosenheim sind innerhalb kürzester Zeit über 500 Decken zusammengekommen

Rosenheim – Isomatten, Decken, Hygiene-Artikel: In vielen Städten werden Spenden für die Ukraine gesammelt. In der Apostelkirche in der Lessingstraße sind so innerhalb von drei Tagen mehr als 500 Decken zusammengekommen.

Eine Zahl, mit der auch die Organisatoren nicht gerechnet haben. Eigentlich wollten Dr. Klaus Schweda, Kirchengemeindebeirat bei der Apostelkirche, und sein deutsch-rumänischer Freund Christian Seidel nur einen kleinen Transporter füllen. Jetzt haben sie so viele Decken und Schlafsäcke gesammelt, dass sie eigentlich einen Lkw gebraucht hätten. „Mit diesem Umfang haben wir nicht gerechnet“, sagt Pfarrer Michael Markus. Er läuft durch das Gemeindehaus, zeigt auf die Decken, die fast den gesamten Boden bedecken. Weil der Platz im Inneren nicht mehr ausgereicht hat, liegt ein weiterer Teil der Spenden vor der Kirche.

Erst Anfang der Woche hatten ihn Schweda und Seidel gefragt, ob er sich vorstellen könne, an der Aktion mitzuwirken. Markus habe zugestimmt, den Aufruf an seine Kollegen weitergeleitet und in den sozialen Medien gepostet. „Das Ganze hat sich innerhalb kürzester Zeit rumgesprochen. Vielen Menschen geht es besser, wenn sie etwas tun können“, sagt der Pfarrer. Und so hätten Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet ihre Decken, Schlafsäcke und Bezüge zur Apostelkirche gebracht – und die Organisatoren vor ein neues Problem gestellt. Denn der eigentliche Plan sei gewesen, dass Christian Seidel gemeinsam mit seiner Frau die Decken in seinen Transporter lädt und von Rosenheim zur rumänisch-ukrainischen Grenze fährt. „In den dortigen Notunterkünften und Turnhallen werden dringend Decken benötigt“, sagt Seidel. Er selbst habe Kontakt nach Rumänien und wisse, an was es den Menschen fehle. Weil nun aber über 500 Decken zusammengekommen seien, musste er umplanen.

Mit der Hilfe von Pfarrer Markus sei es nicht nur gelungen, einen Sponsor zu finden, sondern auch zwei Sprinter. Diese sind gestern, voll beladen mit fast 100 Kubikmeter Decken, ins 1400 Kilometer entfernte Siret aufgebrochen. In dem rumänischen Grenzort sollen sich – so Pfarrer Markus – viele ukrainische Frauen und deren Kinder aufhalten.

Weitere Deckenspenden werden im Moment nicht mehr benötigt. Derzeit liegt das Augenmerk darauf, die 500 Decken zu denjenigen zu transportieren, die sie am nötigsten brauchen. Und auch für eine kleine Überraschung haben die ehrenamtlichen Helfer gesorgt: So befinden sich zwischen einigen Decken kleine Schokoladen-Tafeln – als kleiner Trost in dieser schweren Zeit. hei

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