Rosenheim – Elisabeth Block hätte am 12. Februar 2023 ihren 100. Geburtstag gefeiert. Grüne, ÖDP-Stadtrat Horst Halser und Maria Knott-Klausner (FDP) wollen diesen Tag zum Anlass nehmen, um an das jüdische Mädchen zu erinnern, das Opfer des NS-Terrors geworden ist. In einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) schlagen die Politiker vor, dass das Städtische Museum eine Erinnerungsausstellung organisiert. Zudem soll an der Mädchenrealschule – ähnlich dem Gemälde am ehemaligen Filmpalast – ein großes Wandbild von Elisabeth Block angebracht werden. Vorstellbar sei auch, dass das Stadtarchiv eine Touch-Screen-Version des Tagebuchs von Elisabeth Block vorbereitet. „Gleichzeitig kann man auch über Elisabeth-Block-Tage nachdenken, während dieser an die unmenschliche Verfolgung von Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus erinnert wird und ein deutliches Zeichen für Toleranz, Menschlichkeit und gegen Rechtsextremismus gesetzt werden soll“, heißt es in dem Antrag. Hierbei könnten Volkshochschule und Stadtbibliothek helfen.
Bereits in der Vergangenheit hätten die Schülerinnen und das Kollegium der Mädchenrealschule eine beachtliche Erinnerungsarbeit für das jüdische Mädchen geleistet. Aufgabe der Stadt sei nun, mit einer zentralen Ausstellung an das Leben, Lernen und Arbeiten der Elisabeth Block in Rosenheim zu erinnern. „Damit könnten auch diverse Erinnerungsstücke gesichert werden und ein deutliches Zeichen für eine personalisierte Erinnerungskultur in Rosenheim abgelegt werden“, teilen Grüne, ÖDP und FDP mit.
Block wuchs in Niederburg bei Rosenheim auf und führte von 1933 bis März 1942 ein Tagebuch. Ab 1937 besuchte sie die heutige Mädchenrealschule. Am 3. April 1942 wurden sie und ihre Familie nach Piaski bei Lublin deportiert und in einem NS-Vernichtungslager im Osten Europas ermordet.