Der Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie

von Redaktion

Landwirte verleihen bei Mitgliederversammlung des Ortsverbandes Pang des Bayerischen Bauernverbandes ihren Sorgen Ausdruck

Pang – Martin Grießer, Ortsobmann des BBV-Ortsverbandes Pang, konnte bei der Eröffnung der Mitgliederversammlung viele aktive Landwirte, Stadträte, sowie den Leiter des AELF Rosenheim, Herrn Dr. Georg Kasberger und von der BBV-Kreisvorstandschaft Jakob Müller, herzlich begrüßen. Gleich zu Anfang spiegelten sich die Sorgen um den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen wider.

Trotz eingehender Stellungnahmen des OV zu den Bauvorhaben in der Hainzenmühlstraße und dem Gewerbegebiet Brucklach wurden diese letztlich höher bewertet als der Wert der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Zweifel über Sinn und Zweck so mancher Bauvorhaben war bei den Versammelten spürbar. Bei der Vorstandswahl für die nächsten fünf Jahre stellten sich die bewährten Kräfte mit Martin Grießer als Ortsobmann und seinem Stellvertreter Alois Unterlinner junior, wieder zur Verfügung. Als Beisitzer fungieren Josef Dräxl junior für Westerndorf am Wasen, Thomas Fischbacher für Pang und Peter Dinzenhofer für Hohenofen. Bei seinem Referat zum Thema GAP 2023 (Gemeinsame Agrarpolitik), war Dr. Georg Kasberger bemüht, so manche Unklarheiten auszuräumen. Ein Neun-Punkte-Programm als Voraussetzung für künftige Förderungen macht die künftige Bewirtschaftung der Flächen nicht einfacher. Es geht dabei um den Erhalt von Dauergrünland, Moor- und kohlenstoffreiche Böden,

Nichtabbrennen der Stoppelfelder, Pufferstreifen an Gewässern, Erosionen unter Berücksichtigung der Niederschlagswerte, Sicherstellung der Bodenfruchtbarkeit durch Zwischenfruchtanbau, Fruchtwechsel im Verhältnis 50/50 und Schaffung von Brachland auf Ackerflächen. Die Antragstellung wird komplizierter, auch elektronische Abwicklungsformen erleichtern dies nicht. Die ökologischen Bedingungen sind strenger geworden. Das Bestreben der EU-weiten Richtlinien mit seinen vielfältigen Förderrichtlinien gilt dem Schutz der natürlichen Ressourcen und Artenvielfalt. Dabei ist der Landwirt immer in der Pflicht, alle Vorgaben zu erfüllen. In der Diskussion zeigte sich, dass mancher Landwirt künftig auf die Bewirtschaftungsprämien verzichten wird, wenn die Auflagen dafür zu umfangreich und nicht mehr wirtschaftlich sein sollten.

Die seit diesem Jahr neu eingesetzte Flächenkontrolle via Satellitenüberwachung soll künftig Nachbesserungen bei veränderter Bewirtschaftung ermöglichen. Bereitwillig gaben Dr. Kasberger und Jakob Müller Rede und Antwort auf weitere Themen wie Ausgleichsflächen, Privilegierung im Sinne landwirtschaftlicher Betriebe im Außenbereich und Maßnahmen präventiver Art zum Dauerthema Biber. fxk

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