Zum Bericht „Es geht auch miteinander“ (Lokalteil):
Offensichtlich gibt es einige Missverständnisse dazu, was ein Radverkehrsbeauftragter tun muss. Es ist nicht seine Aufgabe, eine umfassende Verkehrsplanung zu erarbeiten, die allen Seiten gerecht wird. Das ist Aufgabe der Stadtverwaltung auf Beschluss des Stadtrates. Es liegt auch gar nicht in der Kompetenz des Radbeauftragten, der kleine Verkehrsmeister zu sein. Seine originäre Aufgabe ist es, die Interessen der Radfahrer zu vertreten. Offensichtlich hielten die Bürger das für notwendig, denn sonst hätte es den Radentscheid, durch den die Stelle erst geschaffen wurde, ja nicht gegeben. So funktioniert das in der Demokratie: Vertreter unterschiedlicher Interessen ringen um die beste Lösung. Und dann will ich als Bürgerin auch, dass der Vertreter der Radfahrer sich für sie einsetzt. Soll das ein Witz sein, dass die Lösung darin besteht, Zwölfjährigen zu erklären, wo beim Lkw der tote Winkel liegt? Das wird übrigens schon lange im Rahmen der Fahrradprüfung gemacht. Der Ansatz des Herrn Fröhlich besteht also darin, dass die Radfahrer besser aufpassen müssen. Er selbst erlebt das Radfahren in Rosenheim als sicher. Dann ist er offensichtlich nicht oft unterwegs. Und schon gar nicht mit Kindern oder im Berufsverkehr oder an gefährlichen Stellen. Ja, man kann tatsächlich viele Straßen völlig sicher entlang fahren. Und deshalb haben wir kein Problem? Herr Fröhlich ist offensichtlich eine völlige Fehlbesetzung und versteht seine Aufgaben nicht. Was seine besondere Unabhängigkeit als Ehrenamtlicher bedeuten soll, bleibt mir schleierhaft. Unabhängig von Ansprüchen der Fahrradfahrer? Was wir brauchen, ist ein konfliktbereiter, engagierter Sprecher, Kämpfer und Anwalt für die Anliegen der Radfahrer. Den haben wir leider nicht.
Susanne Heunisch
Rosenheim