Landwirtschaft zum Anfassen

von Redaktion

Sechstklässler des Karolinen-Gymnasiums besuchen Springerhof in Schechen

Rosenheim/Schechen – Im Stall helfen, Getreide bestimmen oder Nutztiere kennenlernen: Das Programm „Erlebnis Bauernhof“ ermöglicht Schülern in Bayern die Teilnahme an einem kostenfreien Lernprogramm auf einem Bauernhof. Jetzt haben die Sechstklässler des Karolinen-Gymnasiums den Springerhof in Schechen besucht – und allerhand gelernt.

Rund 150 Tiere
leben auf dem Hof

Christa und Martin Rinser sind Bio-Landwirte aus Leidenschaft. Das Paar betreibt den Springerhof in Schechen. Auf der über 50 Hektar großen Fläche gibt es neben dem Pferdestall zwei Ferienwohnungen, eine Koppel sowie einen Kuhstall. „Das ist das größte und neueste Gebäude“, sagt Christa Rinser. Vor ihr stehen rund 20 Kinder. Interessiert hören sie zu, nicken und schauen sich immer wieder auf dem Hof um. Rund 150 Tiere sind hier zu Hause – darunter Hühner, Pferde, Hasen und Kühe.

Auf Letzteren liegt an diesem Vormittag das Hauptaugenmerk. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zu den Aktiv-Wochen des Programms „Erlebnis Bauernhof“ bietet das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kultusministerium – Schulkindern die Möglichkeit, herauszufinden, wie Landwirtschaft funktioniert und wie Lebensmittel in Bayern erzeugt werden. „Seit Beginn des Programms im Jahr 2012 haben bayernweit 15800 Klassen mit 310000 Schülern einen Bauerhof besucht“, sagt Dr. Eva-Maria Gokel von der Regierung von Oberbayern. 20 davon stehen jetzt auf dem Springerhof. Ihr Thema: „Vom Gras zur Milch“.

„Wir betreiben eine Kreislaufwirtschaft“, sagt Martin Rinser. Heißt: Auf dem Hof in Schechen leben nur so viele Tiere, wie mit dem eigens angebauten Futter ernährt werden können. Nachdem sich die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt haben, erkunden sie den Hof. Sie lernen die verschiedenen Kräuter kennen, die auf der Wiese wachsen, streicheln Hasen und werfen einen Blick in den Hühnerstall. Anschließend führt Christa Rinser ihre Gruppe zu den Kälbern, die erst vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen sind. Sie wohnen in einem kleinen „Iglo“. „Das sind die Jüngsten auf dem Springerhof“, sagt die Landwirtin. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern habe sie eine stressfreie Umgebung geschaffen – nur wenige Meter entfernt von drei hochschwangeren Kühen. „Die Kälber werden jetzt für eine Woche mit der Muttermilch versorgt. Anschließend bekommen sie Vollmilch“, sagt Rinser. Sie beobachtet die Sechstklässler, lobt sie für ihren guten und unaufgeregten Umgang mit den Tieren.

Von den „Iglos“ führt der Weg zu den Gruppenboxen. Darin befinden sich im Moment drei Kälber. Anschließend geht es in den kühlen Raum, in dem sich der Melkroboter befindet. Mit offenem Mund stehen die Schüler vor dem automatisierten System. Sie beobachten, wie die Kühe der Reihe nach den Roboter betreten. „Sie wissen, dass sie dort Kraftfutter bekommen“, sagt Christa Rinser. Während die Tiere ihre Belohnung fressen, reinigt der Roboter die Zitzen und melkt die Kühe. Dieser Vorgang dauert rund fünf Minuten. Dann ist die nächste Kuh an der Reihe. „Die Kühe können den Roboter rund um die Uhr betreten“, sagt Christa Rinser.

Schlagsahne
wird zu Butter

Anschließend zeigt sie den Schülern eines der Milchprodukte: Schlagsahne. Sie füllt die Flüssigkeit in ein Glas und fordert die Schüler auf, es kräftig zu schütteln. Zehn Minuten später hat sich die Schlagsahne in Butter verwandelt. „Cool“, lautet das Fazit.

Noch bis Ende Juli finden die Aktiv-Wochen des Programms „Erlebnis Bauernhof“ statt. Behandelt werden Themen wie „Unser Bauernhof als Energielieferant“, „Obst ernten von der Streuobstwiese“ oder „Vom Korn zum Brot“. Damit die Kinder nicht nur ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bekommen, sondern auch über ihr eigenes Verbraucherverhalten nachdenken – und ihren Eltern den ein oder anderen Tipp geben.

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