Rosenheim – Zahlreiche Schüler des Karolinen-Gymnasiums haben die zwei Corona-Jahre im positiven Sinne genutzt und bei der Neuauflage des Sommerkonzerts musikalische Glanzleistungen vollbracht. Dabei wurde ein Bogen über viele Jahrhunderte, viele zehntausend Kilometer und alle nur denkbaren Musikstile gespannt.
Zu Beginn zeigte der Unterstufenchor unter der Leitung von Simon Steinkühler ein abwechslungsreiches Programm. Zusammen mit dem Volksmusikensemble eröffnete der Chor das Konzert mit einem traditionell südslawischen Tanz, dem Kolo, an den sich weitere Stücke anschlossen. Ruhigere Töne schlug das Streicherensemble um Rainer Heilmann-Mirow mit Marlena Schnier, Emilia Dolic und Julia Obermüller aus der Q11 an, das auf sehr subtile Weise zwei Sätze aus dem C-Dur-Konzert für Blockflöte des venezianischen Barockmeisters Antonio Vivaldi begleitete. Darüber setzte in virtuoser Manier Laura Paas aus der Klasse 8a mit ihrer Blockflöte rasend schnelle Sechzehntel-Girlanden.
Wie abwechslungsreich die Epoche „Barock“ sein kann, bewies der Solobeitrag der Zehntklässlerin Anna Paulus. Auf der Harfe interpretierte sie mit feinsten dynamischen Abstufungen den ersten Satz von Händels „Concerto“ in B-Dur. Es braute sich passend zum Blechbläserensemble um Gerrit Arntz ein Gewitter zusammen, welches bei dem Klassiker „Highway to Hell“ düstere meteorologische Vorahnungen aufkommen ließ. Passend zum spektakulären Auftritt des Beatboxing-Künstlers Anton Weigel aus der Klasse Q11 ergoss sich peitschenartig ein Platzregen mit Blitz und Donner.
Nach der Konzertpause entführte das Schulorchester das Publikum nach Lateinamerika zu einer ornithologischen Expedition. Die Schüler inszenierten mit großer Leidenschaft unter dem temperamentvollen Dirigat Heilmann-Mirows abwechslungsreiche Kompositionen von David Stone namens „Die Amsel“, „Die Nachtigall“ und „Der Spatz“. Anschließend debütierte Christoph Leonbacher mit dem Chor der Jahrgangsstufen acht bis zwölf. Leonbacher bot, mit Edith Kaltenbrunner am Klavier, kunstvoll mehrstimmig arrangierte Songs dar und entführte seine Zuhörer mit „Si ya hamba“ bis nach Südafrika.
Den fulminanten Schlusspunkt setzte die Schulband unter der Leitung von Gerrit Arntz. Zwar hatte sich das Gewitter bereits ausgetobt, aber hauseigene elektronische Verstärker schufen einen wahrhaft „elektrisierenden“ Abschluss des Abends. Die Karo-Band, bestehend aus mehreren E-Gitarren, Schlagzeug, Keyboard, Trompeten, Posaunen, Klarinetten und einem Saxofon, ließ es mit der Unterstützung des Technikteams an den Mischpulten noch einmal krachen. Einige frühere Mitglieder, die bereits eine Ausbildung oder ein Studium begonnen haben, holten nach, was ihnen durch die Corona-Krise verwehrt wurde. Neben Titeln von Jack White und Mark Sheedan konnte mit zwei Jahren Verspätung eine eigene Version von „Bad Guy“ aus der Feder von Konstantin Schiller und Haris Tanjo, die beide das Abitur 2020 ablegten, uraufgeführt werden.