Wütend überdie Rollenzwänge

von Redaktion

Jovana Reisinger liest in der Stadtbibliothek

Rosenheim – Die vielfach ausgezeichnete Autorin Jovana Reisinger war in Rosenheim zu Gast. Im Hinterhof der Bibliothek stellte sie ihren für den Bayerischen Buchpreis nominierten Episodenroman „Spitzenreiterinnen“ (Verbrecher Verlag) vor.

In ihrem zweiten Roman feiert Reisinger die Frauen, die sie nach Frauenzeitschriften benennt. Bei der Lesung in Rosenheim zeigte sie auf, welchen Rollenzwängen und welcher Gewalt Frauen in der Gesellschaft unterworfen sind.

Im Zentrum der in Rosenheim vorgetragenen Episoden stand weibliche Wut, gespickt mit bösem Humor, der jedoch nie seine Protagonistinnen verurteilt. Im Gegenteil legten die vorgelesenen Textstellen den strukturellen, gesellschaftlichen Sexismus offen. Männer sind in dem Werk Nebendarsteller, fast Kulisse und haben keine eigenen Namen, sondern nur Anfangsbuchstaben.

Die Lesung wurde von einem moderierten Gespräch gerahmt, bei welchem die Schriftstellerin weitere Einblicke in ihre Tätigkeit als Regisseurin gab. Die Lesung war der dritte Teil einer im Rahmen von der Bundesregierung mit dem Programm „Neustart Kultur“ geförderten Autor-Lesereihe. Nach der Sommerpause kommt am Samstag, 22. Oktober, Manja Präkels nach Rosenheim und stellt ihren mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneten Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ vor.

Artikel 10 von 11