Wohin mit den Kindern?

von Redaktion

500 zusätzliche Grundschüler bis 2030 – Stadt stellt mögliche Lösungen vor

Rosenheim – Die Grundschulen in Rosenheim platzen aus allen Nähten – und die Schülerzahlen steigen weiter. In der jüngsten Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschuss hat die Verwaltung jetzt Lösungen vorgestellt, um die Situation in den kommenden Jahren in den Griff zu bekommen.

Es ist eine Zahl, bei der man erst einmal schlucken muss: Bis zum Jahre 2030 muss die Stadt mit einem Zuwachs um 500 Grundschulkinder rechnen. Das stellt vor allem die Standorte in Pang und Fürstätt vor Probleme. Während beispielsweise in Pang in diesem Jahr 224 Kinder zur Schule gehen, wird diese Zahl bis 2030 auf 342 ansteigen. „Um den immensen Schüleranstieg der kommenden Jahre bewältigen zu können, ist es notwendig, zeitnah zu agieren“, teilte die Verwaltung mit.

Zweizügigkeit
trifft auf Zuspruch

Aus diesem Grund hat vor einem Monat der Runde Tisch „Schulen“ getagt und verschiedene Handlungsstrategien besprochen. „Wir sind zu einem guten Ergebnis gekommen“, sagte Frank Leistner, Leiter für das Amt für Schulen, Kinderbetreuung und Sport während der Sitzung. So sprachen sich die Mitglieder des Runden Tisches unter anderem für die Einführung einer zweizügigen Grundschule an der Mittelschule am Luitpoldpark aus. Dadurch würden – so die Hoffnung der Verwaltung – die Grundschulstandorte Astrid-Lindgren und Fürstätt entlastet werden.

Weitere Pluspunkte: Die Raumkapazität sei bereits vorhanden. Zudem stellt die Zusammenführung von einer Grund- und einer Mittelschule an einem Standort laut Verwaltung einen pädagogisch „wertvollen Vorteil“ dar. Lediglich für den Süden würde diese Variante keine Entlastung bedeuten. Dennoch sprachen sich die Mitglieder des Schul-, Kultur- und Sportausschuss einstimmig für diese schnelle und vor allem kostengünstige Lösung, wie Leistner sie nannte, aus.

Des Weiteren einigten sich die Stadträte darauf, zu überprüfen, ob die Grundschulen in Pang und in der Erlenau erweitert werden können. Entsprechende Machbarkeitsstudien sollen in Auftrag gegeben beziehungsweise aktualisiert werden. Ebenfalls nicht aus dem Blick verloren werden soll der geplante Bau einer neunten Grundschule im Rosenheimer Norden.

„Außerdem sollen die Möglichkeiten der Ausweitung des Ganztagesangebots je Grundschulstandort geprüft und bei Bedarf Raumkonzepte erstellt werden“, teilte die Verwaltung während der Sitzung mit. Denn: Ab 2026 bekommen Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Dieser sieht einen Betreuungsumfang von täglich acht Stunden an allen fünf Werktagen vor, inklusive Unterrichtszeit. „Dieser Anspruch soll ab August 2026 für die erste Jahrgangsstufe gelten und in den folgenden Jahren sukzessive um jeweils eine Klassenstufe erweitert werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Bereits für das kommende Schuljahr zeichnet sich in der Stadt ein erhöhter Bedarf für eine nachschulische Betreuung der Grundschüler ab. Weil 40 Kinder aus Aising und der Erlenau bisher noch keinen Betreuungsplatz für das kommende Schuljahr erhalten haben und keine weiteren räumlichen Möglichkeiten in unmittelbarer Schulnähe vorhanden sind, wurde von Seiten des Amtes für Schulen, Kinderbetreuung und Sport nach einer Alternativlösung gesucht – und gefunden.

Geplant ist die Einrichtung einer nachschulischen Betreuung auf einem Teil des Sportbund-Campus an der Pürstlingstraße 49. Die dort vorhandenen Räume gewährleisten laut Leistner eine Betreuung von rund 40 Kindern in zwei Gruppen. Ebenso kann eine Mittagsverpflegung angeboten werden. „Bisher haben wir 20 Anmeldungen“, sagte Leistner. In Kooperation mit dem Verein Socius übernimmt Startklar die Trägerschaft für die geplanten Betreuungsgruppen. Der Plan sei, dass ein von der Stadt organisierter Shuttlebus die Kinder zu ihren Schulschlusszeiten an der jeweiligen Schule abholt und sie zur Pürstlingstraße fährt.

Kritik an Standort für
Ganztagsbetreuung

„Für mich ist das keine zufriedenstellende Lösung“, sagte Stadträtin Gabriele Leicht (SPD). Sie kritisierte unter anderem die langen Fahrtwege und hätte sich einen Standort gewünscht, der schul- und wohnortnäher gewesen wäre.

Lob gab es hingegen für die anderen Lösungsvorschläge der Verwaltung. Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP sprach mit Blick auf die Mittelschule am Luitpoldpark von einer „tollen Lösung“. Judith Kley-Stephan (Grüne) nannte es „kreativ“. Gabriele Leicht lobte, dass eine Lösung gefunden wurde, die die Schulsprengel „nicht so massiv verändert“ und dass man sich auch weiterhin den Standort für die neue Grundschule im Rosenheimer Norden sichert.

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