Rosenheim – Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten kennt fast jedes Kind. Die Geschichte wird auch immer wieder gerne von Theater-Ensembles aufgegriffen. Das Junge Theater Rosenheim (JTR) feierte damit jetzt Premiere im Künstlerhof. Die Inszenierung begeisterte neben witzigen Dialogen und musikalischen Einlagen vor allem durch raffinierte technische Effekte und dem Spiel aus Licht und Schatten.
Esel, Hund,
Katze und Hahn
„Etwas Besseres als den Tod findest du überall“ – das dachten sich Esel, Hund, Katze und Hahn, als sie sich auf den Weg nach Bremen machen, um Stadtmusikanten zu werden. Was die vier ungleichen Gesellen eint: sie sind alt, schwach und damit augenscheinlich für ihre Besitzer zu nichts mehr zu gebrauchen.
203 Jahre hat das Grimmsche Märchen mittlerweile auf dem Buckel. Aber seine Botschaft ist heute aktueller denn je: Es geht um Leistungsdruck und der Angst, bei Nicht-Leistung aussortiert zu werden auf der einen Seite und auf der anderen um die Stärke von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Florentine Klepper inszenierte diese Geschichte für das Junge Theater Rosenheim in einer Fassung von Philipp Löhle mit viel Humor und spannenden Effekten, die auf den ersten Blick überhaupt nicht sichtbar sind.
Der Saal im Künstlerhof wirkt nämlich erst einmal ziemlich leer. Statt Stühle gibt es Sitzkissen auf dem Boden. Die Wände sind mit weißen Papier zugepflastert und das war es auch schon mit der Kulisse.
Doch kaum geht das Licht aus, erwachen Schatten an den Wänden zum Leben und daraus „schälen“ sich dann die vier Protagonisten heraus: Esel, Hund, Katze und Hahn. Kindgerecht dargestellt und gespielt von Rosalie Eberle, Anna Grude, Serge Kounouvi, Livia Schoeler und Benedikt Zimmermann. Den Theaterspielern wird bei dieser Fassung auch musikalisch einiges abverlangt. Doch auch diese Herausforderung meistern sie mit Bravour. Sie singen und musizieren nebenbei mit Gitarre, Geige und Triangel. Die Lieder laden zum Mitsingen ein. Am Schluss gab es viel Applaus von Groß und Klein.
Gezeigt wird das sehenswerte Familienstück noch einmal am Freitag, 29. Juli, um 18 Uhr. Vorstellungen für Schulen gibt es am heutigen Mittwoch, 27., und morgigen Donnerstag, 28. Juli, um jeweils 10 Uhr. Eine Reservierung von Karten ist per E-Mail an tickets@junges-theater-rosenheim.de möglich. Karin Wunsam