Alpenverein bringt jungen Migranten bayerische Kultur näher

von Redaktion

Bergwochenende von JDAV und Caritas-Fachdienst fördert Austausch verschiedener Nationen

Rosenheim – Der Caritas Fachdienst Asyl und Migration organisierte mit der Jugendgruppe des Deutschen Alpenvereins (JDAV) Wasserburg ein interkulturelles, erlebnispädagogisches Bergwochenende im Wendelsteingebirge. Teilnehmer wie Mosa und Abdullah aus Afghanistan waren schon öfter in den Bergen, für andere aus Sierra Leone, Brasilien und Nigeria war es das erste Mal. „Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie das ist, aber es war einfach cool“, freute sich Paul.

Mit Mitgliedern der JDAV Gruppe der Sektion Wasserburg verbrachten zwölf junge Menschen zwei Nächte in der Selbstversorgerhütte im Oberen Arzmoos/Wendelsteingebirge. Es wurde gesungen, getanzt, gespielt, gekocht und bayerische „Traditions-Sportarten“ wie Masskrugstemmen gelernt.

Am Kletterfelsen nahe der Hütte lernten die Teilnehmer etwas über das Material, die Sicherung und wagten sich dann an die Wand. Im Anschluss reflektierten sie, wie sich die Herausforderung anfühlte und wie sich die gelernten Erfahrungen auf andere Lebensbereiche übertragen lassen.

Die deutschen Teilnehmer erfuhren viel von der Lebenswelt und Fluchtgeschichte der Migranten. Es wurde über traumatisierende Erfahrungen und die Herausforderungen, vor denen sie täglich in ihrem Leben in Deutschland stehen, gesprochen. Der Gipfel der Kaserwand und des Wildalpjochs wurde am darauffolgenden Tag bestiegen. „Müssen wir wirklich schon wieder heim?“, fragte Mohsen am Nachmittag. „Wann können wir wieder hierher oder klettern gehen?“, wollte Ekene wissen.

Als neue Mitglieder der DAV-Sektion Wasserburg können sie nun an weiteren Aktionen teilnehmen und auf die neuen Bekanntschaften zugehen. „Das war eines unserer Ziele“, so Melanie Bumberger vom Fachdienst Asyl und Migration, die das Wochenende organisierte: dass sich junge Menschen mit Migrationshintergrund für den Bergsport begeistern, persönliche Kontakte knüpfen und in die Vereinsstruktur integriert werden. Durch gemeinsame Begegnungen und Erfahrungen kämen sich Menschen automatisch näher. So sind sich alle am Ende einig: Dieses Wochenende hat die Gruppe zusammengeschweißt und jedem neue Einblicke und Erfahrungen eröffnet.

Die Teilnehmer bedanken sich bei der Katholischen Erwachsenenbildung München Freising, dem Erzbischöflichen Ordinariat und der Umwelt und Kulturstiftung der Stadt Rosenheim, die durch die finanzielle Unterstützung das Projekt ermöglicht haben.

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