Manuel Neigert zeigt allen, wo der Hammer hängt

von Redaktion

Der 60-Jährige betreibt auf dem Rosenheimer Herbstfest die „Lustige Nagelei“

Rosenheim – Nägel mit dem Hammer in einen Baumstamm schlagen – was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis gar nicht so leicht. Am Stand von Manuel Neigert am Rosenheimer Herbstfest beißen sich viele „Nagler“ die Zähne aus.

Jakob Krug holt eifrig mit dem Hammer aus. Der Schlag selbst war ganz passabel, allerdings hat er den Nagel nicht getroffen. Der steht nach wie vor wie eine Eins und wartet darauf, versenkt zu werden. Ehrgeizig folgt der zweite Versuch und noch einer. Nach dem dritten ist Schluss, der Nagel steht noch immer.

„Ich hatte gute Schläge“, findet der junge Breitbrunner. „Nur leider gingen genau die, in denen Kraft drin war, daneben.“ Von Neigert bekommt er immerhin eine Trillerpfeife als Trostpflaster. „Eine Pfeife für die Pfeife“, geht dem 60-jährigen Schausteller noch frech über die Lippen.

Viele Preise warten in der „Lustigen Nagelei“ auf die Herbstfestbesucher – von der Playstation über Handys bis zum Plüschtier. Die Preise zum Erspielen hat Neigert von verschiedenen Firmen bekommen.

Weltweit der
einzige Anbieter

Aufgewachsen in Pfarrkirchen, war der 60-Jährige schon von Kindesbeinen an im Schaustellertreiben involviert. Die Eltern hatten Schiffschaukel und Kettenkarussell. Eines Tages stolperte er über das älteste Spiel, das es auf einem Fest gibt. So entdeckte er die Nagelei für sich. Das war vor 45 Jahren. Nun ist er weltweit der Einzige, der dieses Spiel noch auf Volksfesten anbietet.

„Es ist das ehrlichste Spiel, das es gibt: Die Kunst ist es, den Nagel einmal richtig zu treffen – und schon ist er weg. Es ist wirklich nur eine Treffsache“, verspricht Neigert und widmet sich den nächsten Besuchern. Eine Gruppe Kinder hat sich neugierig um die Baumstämme versammelt und schaut den Schausteller mit großen Augen an. Die kleinen Nagler bekommen kürzere Nägel als die Erwachsenen und haben eine unbegrenzte Zahl an Schlägen. „Sie dürfen so lange schlagen, bis der Nagel im Stamm ist – schließlich sollen sie ja was gewinnen“, erklärt der Schausteller augenzwinkernd. Eine Goldmedaille gibt‘s für die Kleinsten freilich obendrauf. Marina Birkhof

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