Weg mit dem Nadelöhr für Fische

von Redaktion

Wasserwirtschaftsamt sorgt mit Baumaßnahmen für Ökologie an der Mangfall

Rosenheim – Ab dieser Woche baut das Wasserwirtschaftsamt mit seiner Flussmeisterstelle Rosenheim die zwei Sohlschwellen an der Mangfall im Bereich oberhalb des Turnerstegs auf einer Länge von 400 Metern naturnah um. Die Baumaßnahme setzt nach Angaben der Behörde die Renaturierung des vergangenen Jahres fort. Es entstehen weitere naturnah gestaltete Rampen, mit denen ein Nadelöhr für die Wanderung von Fischen und anderen Kleinstlebewesen zwischen Inn und dem Mangfallverlauf verschwindet.

Beeinträchtigungen
für Ausflüger möglich

Die Umbaumaßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem örtlichen Fischereiverein und der Fachberatung für Fischerei geplant. Je nach Witterung werden die Arbeiten bis in den Spätherbst dauern. Vorübergehende Beeinträchtigungen für Spaziergänger, Radfahrer und Erholungssuchende durch die Maßnahme sind nicht auszuschließen. Wegen der Gefahren, die mit dem Baustellenbetrieb verbunden sind, müssen die Baustellenbereiche am Ufer gemieden und Absperrungen beachtet werden.

Der Umbau von nicht durchgängigen Sohlsicherungen führt nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes zu einer großflächigen Verbesserung der ökologischen Situation an der Mangfall und ist für den guten Gewässerzustand wesentlich. Auch bei Niedrigwasserabflüssen verbessern strukturreiche Gewässerabschnitte mit unterschiedlichen Wassertiefen und Strömungsgeschwindigkeiten die Widerstandskraft des Gewässers und bieten Rückzugsraum für die Gewässerbewohner.

Die bestehenden rund einen halben Meter hohen Abstürze werden jetzt durch niedrigere Querriegel aus Wasserbausteinen ersetzt. Zwischen den Riegeln entstehen Beckenstrukturen, die gewährleisten, dass Fische auch bei Niedrigwasser wandern können. Die Umbauten sind ein weiterer Schritt, um im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie den ökologischen Zustand der Mangfall zu verbessern.

Vor mehr als
100 Jahren begradigt

Die Mangfall wurde vor mehr als 100 Jahren ausgebaut und begradigt, um die Holztrift zur Saline Rosenheim zu erleichtern und um die Wasserkraft zu nutzen.

Dabei wurde der ehemals gewundene, verzweigte Lauf der Mangfall verkürzt, was zu einem höheren Gefälle und höheren Fließgeschwindigkeiten geführt hat. Um trotzdem die Kiessohle der Mangfall vor Erosion und Eintiefung zu schützen, hat man eine Vielzahl von Sohlabstürzen eingebaut. Diese Abstürze, die bis zu 1,5 Meter hoch sind, verhindern die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers.

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