16 Tage Herbstfest-Freude in vier Minuten und 19 Sekunden

von Redaktion

Elf Jahre nach seinem ersten Werk zur Wiesn legt der Kolbermoorer Video-Künstler Florian Kriechbaumer einen neuen Film vor

Rosenheim/Kolbermoor – Vor elf Jahren sorgte sein erstes Herbstfest-Werk bereits für Begeisterung in der Region: Florian Kriechbaumer, Video-Künstler aus Kolbermoor, hielt die Wiesn im Zeitraffer fest. „Es entstand zum 150. Jubiläum des Herbstfestes. Damals ging es mit solchen Videos gerade los. Eigentlich wollte ich das dann noch mal 2021 zum 160-Jährigen umsetzen, woraus dann natürlich erst mal nichts wurde“, erinnert er sich.

Also fiel der Entschluss, es jetzt noch mal zum Neustart nach zweijähriger Pause anzugehen. „Das Ziel war es, eine Kombination aus diversen Methoden wie Timelapse (Zeitraffer; A.d.R.), Hyperlapse (Zeitraffer mit Kamerabewegung; A.d.R.), 360- Grad-Aufnahmen, gepaart mit diversen Nachbearbeitungstechniken, zu vereinen und ein Zeitraffervideo zu erstellen, das es so in der Region noch nicht gegeben hat.“

Es scheint, als ob Kriechbaumers Plan aufgeht. Das neue Video, das er wie das alte auf Youtube veröffentlicht hat, kommt bislang auf rund 600 Aufrufe. Ein Kommentator schreibt: „Wow krass, tolles Video! Da hast du dir ja brutal viel Arbeit gemacht! Das könnte man locker als offiziellen Imagefilm des Herbstfestes verwenden!“

Bis zum Erfolg des ersten Videos von 2011 ist es aber noch ein gutes Stück: Dieses gefiel selbst internationalem Publikum: „Excellent! Great Work!“ und wurde bislang schon über 33400-mal angeschaut. Verdient hätte auch das neue Video diesen Erfolg angesichts der Mühe, die sich Kriechbaumer gemacht hat: „Gewappnet mit deutlich mehr Erfahrung, neuem Equipment und unzähligen Ideen, besuchte ich an den 16 Tagen insgesamt zwölfmal die Wiesn“, sagt er. „Für die Zeitrafferaufnahmen galt es teils stundenlang an einem Fleck zu filmen.“ Das Problem, so merkt er an, sei weniger gewesen, dass sich die Leute nicht filmen lassen wollten, als dass manche fast schon zu begeistert dafür waren. An einer Stelle des Videos durften sich dann auch zwei Burschen mit einer Momentaufnahme verewigen.

Insgesamt war es ein spannender Prozess, mit vielen Highlights, aber auch Frust-Momente durch zum Beispiel einen Baustellenkran in genau der falschen Position, ungenaue Wettervorhersagen und typische technische Probleme.

Für das Video von 2011 brauchte es noch 30000 Einzel-Aufnahmen. „Diesmal waren es 60000 Bilder und 40 Videos, was insgesamt über drei Terabyte an Daten generierte, die dann in mehr als 120 Stunden Bearbeitungsaufwand in ein knapp über vier Minuten langes Video verwandelt wurden“, sagt Kriechbaumer.

Wie soll es nun weitergehen mit den Zeitraffer-Herbstfest-Videos? „Das jetzt jährlich zu machen, habe ich nicht vor. Es würde seinen Charme verlieren“, findet er. Der Kolbermoorer, der in Rosenheim auch Mitinhaber eines Clubs ist, lebt und arbeitet derzeit in Dubai. Das neue Video entstand im Heimaturlaub. Heinz Seutter

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