Leserforum

Kübel der Kritik über OB ausgeschüttet?

von Redaktion

Zum Bericht „Panikmache oder wichtige Information?“, erschienen im Lokalteil:

Beim Lesen des Artikels „Panikmache oder wichtige Information?“ ärgert mich nicht die sehr sachliche Information von Frau Heise, sondern das Verhalten einiger Rosenheimer oder auch Würzburger, die einen Kübel der Kritik über unseren OB ausschütten. Deshalb hier mein Leserbrief: Chaos in Rosenheim! Was ist passiert? Unser Oberbürgermeister hat allen Rosenheimer Bürgern einen Flyer „Blackout – und dann? Ratgeber für die Eigenvorsorge“ zugesandt.

In seinem Begleitschreiben betont er ausdrücklich, dass ein „Blackout“ zwar äußerst unwahrscheinlich, aber auch nicht völlig ausgeschlossen erscheint. Denken wir doch nur an Corona vor zwei Jahren und an die Krim vor acht Monaten! Und da halte ich es für die Pflicht der politisch Verantwortlichen, uns Bürgern für den Extremfall Ratschläge zu geben, damit wir dann selbst „Ruhe bewahren und überlegt handeln“. Denn dann können wir nicht unsere Freunde und Bekannten über Whatsapp oder sonst wie um Rat fragen! Für seinen Flyer verdient deshalb Herr März meinen Respekt und großen Dank, selbst wenn ein Fraktionsvorsitzender sich einmal nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden fühlt.

Professor Dr. Josef

Frankenberger

Rosenheim

Kaum wurde der gut gemeinte Blackout-Flyer der Stadt Rosenheim an die Haushalte verteilt, regen sich schon Gegenstimmen. Derweilen zeigte sich schon in naher Vergangenheit, wie verletzlich unsere „Friede-Freude-Eierkuchen-Gesellschaft“ ist. Wir sind ja nur von Freunden umgeben, so der Slogan vergangener Regierungen. Fakt ist: Wir sind auf Katastrophen- und Kriegszeiten wenig vorbereitet, bzw. alles wurde sträflich vernachlässigt, abgebaut oder kaputtgespart. Es fehlen vielerorts Luftschutzsirenen und das Katastrophenmanagement, siehe Flutkatastrophe im Ahrtal, hat dort kläglich versagt. 134 tote Bürgerinnen und Bürger mussten ihr Leben lassen. Was kommt erst, wenn die Kommunikation ganz zusammenbricht? Kein Strom mehr infolge von Terroranschlägen vorhanden ist oder gestört wird? Die Terroranschläge auf Kabelschächte und Stromverteilerkästen der Deutschen Bahn sollten uns zu denken geben. Es ist auch ein Leichtes, Strom-Umspannwerke oder Strommasten außer Kraft zu setzen. Corona-Pandemie mit hunderttausenden Toten und die Anschläge auf die Gaspipelines Nord-Stream 1 und 2 zeigen uns ganz deutlich auf, wie verletzlich wir sind. Wir sind auch nicht in der Lage, alles zu schützen. Unsere lange Friedenszeit unter dem Schutz der NATO-Verbündeten hat uns träge gemacht. Unsere Nachbarn sind da besser vorbereitet. Auch politisch gesehen, haben Spitzenpolitiker in anderen NATO-Ländern zuvor ihrem Land militärisch gedient. Aber Kriegsdienstverweigerung ist halt in und schick. Das böse Erwachen unserer Gesellschaft kommt erst dann, wenn es tatsächlich zur Katastrophe kommen sollte. In Sicherheitskreisen rechnet man täglich mit Terroranschlägen, die uns hoffentlich erspart bleiben. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Adalbert Schömer

Rosenheim

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