Rosenheim – Die Schüler des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums haben am Dienstag einen Spendenlauf organisiert und dabei insgesamt 38000 Euro für den Verein „Athletes for Ukraine“ und das Kinderhospiz München gesammelt. Prominente Unterstützung gab es von gleich mehreren Sportlern – darunter Tobias Angerer, Elena Lilik, Martin Braxenthaler, Marcus Burghardt und Jakob Lange.
Unterstützung durch zahlreiche Athleten
Für Marcus Burghardt war es fast schon ungewohntes Terrain. Während der ehemalige Radrennfahrer in der Vergangenheit vor allem auf zwei Rädern unterwegs war, mischte er sich beim Spendenlauf zu Fuß unter die Schüler und lief die 700 Meter lange Strecke durch das Landesgartenschaugelände gleich fünfmal. „Es ist wichtig, dass wir nicht stillstehen“, sagte er im Anschluss auf der Bühne. Um ihn herum haben sich einige Schüler versammelt, auf seinem T-Shirt prangt das Logo des Vereins „Athletes for Ukraine“ – der von zahlreichen aktiven und ehemaligen Athleten unterstützt wird. „Wir als Sportler dürfen auch die Kinder in der Ukraine nicht vergessen“, sagt der ehemalige Rennradfahrer und lobte die Schüler des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums für ihr Engagement.
Ein sehr
prägendes Erlebnis
Lob gab es auch von Langläufer Florian Knopf, der bei der Juniorenweltmeisterschaft vor drei Jahren die Bronze-Medaille geholt hat. Er selbst sei erst vor einigen Monaten in der Ukraine gewesen, um die Menschen vor Ort zu unterstützen. „Für mich war das ein sehr prägendes Erlebnis“, sagte er. Umso glücklicher sei er über das Engagement der Schüler, die sich dafür einsetzen, dass es den Kindern in der Ukraine besser geht.
Während Burghardt und Knopf Autogramme geben und sich Zeit für Fotos nehmen, ist der Spendenlauf einige Meter weiter in vollem Gang. Mit dabei: Rennfahrerin und Moderatorin Christina Tomczyk-Surer. „Die Stimmung ist klasse“, sagt sie, bevor sie gemeinsam mit den Achtklässlern des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums durch das Landesgartenschaugelände joggte. „Die Sportler sind Vorbilder für uns“, sagte Max Macherey. Er besucht die neunte Klasse an der Schule und ist selbst Mitglied im Skiclub Aising-Pang. An seinem rechten Oberarm klebt ein Spendenkärtchen, das er sich nach jeder gelaufenen Runde stempeln lässt. „Für jede Runde können Eltern, Großeltern und Besucher entsprechend spenden“, sagte der Rosenheimer Jonah Werner. Er ist der Pressesprecher des Vereins „Athletes for Ukraine“ und war selbst einst Schüler am Finsterwalder-Gymnasium.
Zufrieden steht er an der Startlinie, gibt hin und wieder Anweisungen und unterhält sich mit den Sportlern, mit denen er in den vergangenen Monaten Tausende von Kilometern zurückgelegt hat, um die gesammelten Sach- und Geldspenden direkt zu den Menschen in der Ukraine zu bringen. „Sie brauchen jede Unterstützung die sie kriegen können“, sagte Werner.
Umso mehr habe er sich gefreut, als sich die Schüler des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums dazu entschieden haben, statt eines Wandertags einen Spendenlauf zu organisieren – zugunsten des Vereins „Athletes for Ukraine“ und des Kinderhospizes München. Unterstützt wird die Aktion neben der Flötzinger Brauerei auch vom Autohaus Eder um Geschäftsführer Willi Bonke. Er beschloss, für jede gelaufene Runde zehn Cent zu spenden. Bei 10000 Runden würden so 1000 Euro zusammenkommen. „Für mich gibt es nichts Schöneres, als junge Menschen, die Sport machen“, sagte Bonke und weiter: „Sport verbindet“.
Schulleiterin
lobt Veranstaltung
Mit ihm auf der Bühne stand Oberbürgermeister Andreas März, der es sich nicht nehmen ließ – trotz Anzug – gemeinsam mit den Neuntklässlern an den Start zu gehen. „Es ist ein großartiges Ereignis“, sagte Schulleiterin Brigitte Würth. Das bestätigte auch Hari Pottayil, Vertreter der Schülermitverwaltung, der maßgeblich an der Organisation beteiligt war.
Herkunft
spielt keine Rolle
Letztendlich war es Jakob Lange, Juniorenweltmeister in der Nordischen Kombination, der die richtigen Worte fand, um die Veranstaltung zusammenzufassen: „Sport ist ein wichtiges Zeichen für den Frieden“, sagte der Athlet. Er habe einen Großteil der Welt bereist und währenddessen viele unterschiedliche Menschen getroffen. Der Sport sei dabei immer die Basis gewesen. „Es spielt keine Rolle, wer wo herkommt“, sagte Lange. Und genau das wurde auch beim Spendenlauf mehr als deutlich.