Mehr als nur der Sport

von Redaktion

Boxverein DJK Bavaria laut Oberbürgermeister Andreas März ein „Gewinn für die Stadt“

Rosenheim – Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die DJK Bavaria Rosenheim. Der Boxverein steht nicht nur für sportliche Leistungen, sondern auch für menschliche Verdienste. Auf der Feier zum 25-jährigen Bestehen machten die Beteiligten und Ehrengäste deutlich, welch wichtige Rolle der Verein im Stadtgefüge spielt.

Normalerweise fliegen im historischen Innenhof „Am Roßacker“ in Rosenheim die Fäuste. Dort trainieren die Boxer der DJK Bavaria Rosenheim für ihre Wettkämpfe. Vergangenen Sonntag musste der Boxring aber leer bleiben. Denn der Verein feierte sein 25-jähriges Bestehen. Bei der Jubiläumsfeier stand jedoch nicht der Boxsport im Vordergrund. Sondern die Menschen hinter dem Verein und deren Einsatz für die Rosenheimer Gesellschaft.

Auszeichnung der Ehrenmitglieder

Rund 60 Leute folgten der Einladung von Günter Ziegler, dem Vorsitzenden der DJK Bavaria Rosenheim. „Es ist eine tolle Sache, wenn man sieht, wer alles gekommen ist“, sagt Ziegler. Unter den Gästen waren viele Funktionäre der verschiedensten DJK-Verbände sowie der regionalen Boxszene als auch Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, der Schirmherr des Vereins, und Pfarrer Sebastian Heindl, der einen Festgottesdienst hielt. Besonders habe es Ziegler gefreut, dass auch einige der allerersten Mitglieder des Vereins an der Feier teilnahmen.

So zum Beispiel Willi Schmid. Der ehemalige Stadtrat ist Gründungsmitglied und seit Tag eins dabei. „Der Willi hat uns von Anfang an mit Rat und Tat bei organisatorischen Dingen zur Seite gestanden“, betont Ziegler. Auch deshalb wurde Schmid im Rahmen des Jubiläums zum Ehrenmitglied der DJK Bavaria ernannt. „Darüber freue ich mich sehr, insbesondere, wenn man bedenkt, was wir zusammen erlebt haben“, sagt Schmid.

Gegründet wurde der Verein am 19. Dezember 1997. Die Anfänge seien nicht immer einfach gewesen, erzählt Günter Ziegler. Vor allem, weil in der Gründungsphase kein Raum für das Training zur Verfügung gestanden habe. Aus diesem Grund musste zunächst ein Boxsack im Pfarrsaal von St. Michael aufgehängt werden, an dem zweimal die Woche trainiert wurde. „Nachdem dann die Räumlichkeiten am Roßacker gefunden wurden, ging es richtig los“, berichtet Schmid. Bereits ein Jahr nach der Gründung habe der Verein schon 40 Mitglieder verzeichnen können. Ein Vierteljahrhundert später sind es rund 170. „Dass es immer noch so gut läuft, ist schön, denn das Boxen gehört einfach zur Rosenheimer Tradition“, sagt Schmid.

Der Rentner war aber nicht der Einzige, der an diesem Tag zum Ehrenmitglied der DJK Bavaria ernannt wurde. Auch Maria Gatz, die seit 23 Jahren im Verein ist, erhielt die Auszeichnung für „besondere Verdienste“. „Der Kontakt ist damals nach dem Turnen in der Sporthalle entstanden“, erzählt Gatz. Seither nimmt die gebürtige Tirolerin an den Turnstunden teil, vor allem um fit zu bleiben. „Dadurch konnte ich an meinem 80. Geburtstag auf einen 3000er gehen“, berichtet Gatz, die noch viel in den Bergen unterwegs ist. Ansonsten habe sich Gatz oft um die Verpflegung und die Küche bei den Veranstaltungen des Vereins gekümmert. „Manchmal bin ich aber auch beim Kinderturnen eingesprungen oder habe unseren Kinderfasching organisiert“, sagt sie.

Besonders die Kinder- und Jugendarbeit zeichne die DJK Bavaria für Gatz aus. „Was für die Jugendlichen alles neben dem Sport getan wird, ist fantastisch“, sagt die 83-Jährige. „Die wertvolle Sozialarbeit“ des Vereins hob auch Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März in seiner Festrede hervor. Besonders die Integration von geflüchteten Kindern sei ein Aushängeschild der DJK Bavaria. „Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und eine Gemeinschaft gebrauchen können, werden hier bestens aufgenommen und erfahren Kameradschaft und Zusammenhalt“, sagte der Oberbürgermeister. Dieses soziale Engagement über den Sport hinaus sei ein Gewinn für die ganze Stadtgesellschaft.

Auf der Suche
nach Nachfolgern

Ob sich Günter Ziegler auch die nächsten 25 Jahre für Sport und Integration einsetzen kann, da ist er sich nicht so sicher. „Mit 80 Jahren kann man die längere Zukunft nicht mehr planen, sondern nur noch die kürzere“, sagt er. Deshalb ist sein nächstes Ziel, mit den anderen Vereinsmitgliedern geeignete ehrenamtliche Nachfolger zu finden. „Da bin ich aber bester Dinge, wir sind auf einem guten Weg.“

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