Feuerwehrhäuser als Blackout-Notfallzentrum

von Redaktion

Großflächiger Stromausfall auch Thema von Tagung des Bezirksfeuerwehrverbands

Rosenheim – Die Planungen in den kreisfreien Städten und Landkreisen Oberbayerns bei einem großflächigen Stromausfall, ein Rückblick auf das Zugunglück in Farchant und die Präsentation einer speziellen Plane zum Abdecken von beschädigten Dächern – das waren Themen bei einer Sitzung des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern in der Rosenheimer Hauptfeuerwache. Stadtbrandrat Hans Meyrl konnte dazu 41 Vertreter von oberbayerischen Feuerwehren und Katastrophenschutzbehörden einiger Landratsämter begrüßen. Meyrl ist auch Leiter des Fachbereichs Katastrophenschutz des Bezirksverbandes und war der Gastgeber für dieses Treffen.

Das Thema „Blackout“, also ein längerer Stromausfall in einem großen Gebiet, beschäftigt auch die Feuerwehren schon lange. Ein Thema, das jetzt durch die Energiekrise nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine in den Fokus geraten ist. Der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank informierte über die Planungen im Landkreis Rosenheim, Stadtbrandrat Meyrl ergänzte für die Stadt Rosenheim.

Wichtig für eine solche Situation sei es, die Bürger frühzeitig auf eine solche mögliche Lage vorzubereiten, ohne Ängste zu schüren. Dabei müsse die Einsatzbereitschaft der Hilfsorganisationen gewährleistet bleiben. Schrank wies darauf hin, dass vor allem die Kommunikation sichergestellt werden müsse und es für Einsatzfahrzeuge und Stromerzeuger genügend Treibstoff geben müsse. Die Feuerwehr-Gerätehäuser könnten bei einem kompletten Stromausfall als Anlaufstelle für die Bürger dienen, die dort nach dem Ausfall von Telefon und Internet ihre Notrufe absetzen und auch sonst Hilfe und Informationen erhalten könnten.

Der Garmischer Kreisbrandinspektor Herbert Maurus war beim Zugunglück in Farchant der Einsatzleiter. Am 3. Juni war dort ein Regionalzug entgleist, einige Waggons kippten um. Fünf Menschen starben, 68 wurden zum Teil schwer verletzt. Maurus beschrieb den Einsatz authentisch und gab den Kollegen auch Erkenntnisse und Lehren für mögliche zukünftige Einsätze dieser Art weiter.

Vor den Referaten in der Hauptfeuerwache zeigten Rosenheimer Feuerwehrleute den Einsatz einer speziellen Plane, mit der beschädigte Dächer provisorisch abgedeckt werden können, etwa nach Schäden durch Sturm oder Brand. Die 15 mal 15 Meter große Plane wird mit einer Drehleiter über das Dach gehoben und dann auf allen Seiten mit Leinen befestigt.

Die Bayerische Versicherungskammer hat jedem Regierungsbezirk zwölf solcher Planen spendiert. Auch die Rosenheimer Feuerwehr verfügt jetzt über dieses schnelle und effektive Mittel zum Schutz von Dächern nach Schadensfällen.bin

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